Warum so wenige Deutsche eine Immobilie besitzen – die Gründe hinter der niedrigen Wohneigentumsquote

Nancy Neuschäfer
Nancy Neuschäfer
2 Min.
Eine Deutschlandkarte mit farblich kodierten Regionen, die den Prozentsatz der Menschen darstellen, die im Bundesland Frankfurt leben, begleitet von einem Text auf der linken Seite, der die Bevölkerungsdichte erläutert.Nancy Neuschäfer

Warum so wenige Deutsche eine Immobilie besitzen – die Gründe hinter der niedrigen Wohneigentumsquote

Deutschland verzeichnet eine der niedrigsten Wohneigentumsquoten in der EU – nur 53 Prozent der Einwohner besitzen eine Immobilie. Besonders ausgeprägt ist die Situation in Nordrhein-Westfalen (NRW), wo lediglich 38,5 Prozent der Haushalte im eigenen Zuhause leben. Steigende Kosten und kulturelle Faktoren halten diese Zahlen seit Jahrzehnten auf niedrigem Niveau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Deutschland stark auf den Bau von Mietwohnungen. Hunderttausende Wohnungen entstanden, sodass Mieten tief in der Wohnkultur des Landes verankert wurden. Starke Mieterschutzrechte – etwa langfristige Mietverträge und strenge Obergrenzen für Mieterhöhungen – machten das Mieten zudem zu einer stabilen und attraktiven Option für viele.

In Osteuropa hingegen stieg die Wohneigentumsquote nach dem Fall des Kommunismus stark an. Die massenhafte Privatisierung von Wohnraum trieb die Eigentümerquote weit über das deutsche Niveau. In Norwegen hingegen förderten staatliche Maßnahmen wie Steuererleichterungen und zinsgünstige Kredite den Immobilienerwerb.

Die finanziellen Hürden für Wohneigentum bleiben in Deutschland hoch. Hohe Nebenkosten, darunter Grunderwerbsteuer, Notargebühren und Maklerprovisionen, schlagen mit 10 bis 12 Prozent auf den Kaufpreis auf. Noch bis 2022 war der Erwerb einer Immobilie in NRW vergleichsweise erschwinglich – die monatlichen Hypothekenraten lagen unter 25 Prozent des Nettohaushaltseinkommens. Doch mit den steigenden Zinsen änderte sich das. Bis Ende 2022 stiegen die Belastungen in NRW auf bis zu 38 Prozent des Nettoeinkommens.

Für Stadtbewohner ist die Lage noch schwieriger. In Düsseldorf besitzen nur 21,8 Prozent der Einwohner eine eigene Immobilie, in Köln liegt die Quote bei 24,5 Prozent. Diese Zahlen spiegeln sowohl die finanziellen Belastungen als auch die traditionelle Vorliebe fürs Mieten in urbanen Räumen wider.

Hohe Kaufpreise, steigende Zinsen und eine kulturelle Präferenz fürs Mieten drücken die Wohneigentumsquote in Deutschland weiterhin nach unten. Mit Werten weit unter dem EU-Durchschnitt bleibt der Wohnungsmarkt hierzulande vom Mietsektor dominiert. Ohne grundlegende politische Weichenstellungen wird sich die Kluft zwischen Mieten und Kaufen voraussichtlich weiter verfestigen.

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