US-Forscher fliehen nach Europa – doch Russland schottet sich ab

Irmhild Putz
Irmhild Putz
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Eine animierte Karte von Deutschland mit einem roten Pfeil, der auf einen violetten Punkt zeigt.Irmhild Putz

US-Forscher fliehen nach Europa – doch Russland schottet sich ab

US-Forscher blicken vermehrt nach Europa – nach drastischen Kürzungen in den USA

Nach massiven Etatkürzungen in den Vereinigten Staaten richten US-amerikanische Wissenschaftler ihren Blick zunehmend auf Europa. Seit der Wiederwahl Donald Trumps im Jahr 2024 wurden die Budgets für Klimaforschung und universitäre Projekte drastisch reduziert. Stipendien und akademische Austauschprogramme verlagern sich nun – mit Deutschland als zentralem Ziel.

Die Veränderungen beschränken sich jedoch nicht auf die USA: Auch politische Spannungen zwingen deutsche Wissenschaftsorganisationen, ihre Aktivitäten in Russland einzustellen.

Im Januar 2025, kurz nach Trumps zweiter Amtseinführung, strich die US-Regierung die Mittel für die Klimaforschung. Bis Mitte 2025 hatten die National Science Foundation (NSF) und das Energieministerium (DOE) die Fördergelder für klimabezogene Projekte um 25 Prozent gekürzt. Eliteuniversitäten wie Harvard, Stanford und Princeton sahen sich weiteren Einschränkungen gegenüber – insbesondere bei Stipendien mit Fokus auf Diversität. Finanzberichte aus Anfang 2026 zeigen, dass diese Einrichtungen in den betroffenen Bereichen nun 15 bis 20 Prozent weniger Drittmittel einwerben.

Die Folgen sind deutlich: Die Bewerbungen für DAAD-Masterstipendien in Deutschland haben sich mehr als verdoppelt. Auch die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen eine starke Nachfrage von US-Wissenschaftlern. Joybrato Mukherjee, Präsident des DAAD, bestätigte den Trend mit den Worten: "Aktuell gibt es sehr viel Bewegung."

Gleichzeitig sinkt das Interesse deutscher Studierender an einem Aufenthalt in den USA. Die Anfragen von deutschen Doktoranden, die in die Vereinigten Staaten wechseln möchten, sind um etwa 10 Prozent zurückgegangen.

Die Verschiebungen betreffen nicht nur den transatlantischen Austausch. Das russische Justizministerium stufte den DAAD kürzlich als "unerwünschte Organisation" ein. Diese Einordnung zwingt zur Schließung des DAAD-Büros in Moskau sowie des Deutschen Hauses für Forschung und Innovation. Russischen Bürgern, die mit dem DAAD kooperieren, drohen nun strafrechtliche Konsequenzen. Auch andere deutsche Forschungseinrichtungen wie die Alexander-von-Humboldt-Stiftung haben ihre Aktivitäten in Russland eingestellt.

Während die Kürzungen in den USA Forscher nach Europa treiben – mit einem deutlichen Anstieg der Bewerbungen in Deutschland –, bringen politische Druckmittel in Russland die akademische Zusammenarbeit zum Erliegen. Die Entwicklungen spiegeln tiefgreifende Veränderungen in den globalen Forschungsnetzwerken wider, da sich Institutionen an neue Restriktionen und Chancen anpassen.

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