Wie Buchhändler:innen mit digitalen Ideen Leser:innen neu begeistern
Franco GröttnerWie Buchhändler:innen mit digitalen Ideen Leser:innen neu begeistern
Unabhängige Buchhändler:innen und Verlagsprofis entdecken neue Wege, um Leser:innen zu erreichen. Viele haben ihre Aktivitäten ins Internet verlagert, um ihr Publikum effektiver anzusprechen. Traditionelle Methoden garantieren im sich wandelnden Markt längst keinen Erfolg mehr.
Maria Christina Piwowarski, einst Teil der Buchhandlung Ocelot, veranstaltet heute literarische „Sprechstunden“ im Netz. Sie trifft ihre Leser:innen dort, wo diese ohnehin unterwegs sind. Auch Nicolas Greno von der Greno Buchhandlung setzt auf digitale Formate und teilt jeden Samstagmorgen Videos über die Donauwörther Reichsstraße.
Mona Lang, inzwischen Programmdirektorin bei Kiepenheuer & Witsch, leitet einen Online-Buchclub auf Instagram, dem mittlerweile fast 25.000 Menschen folgen. Das Team der Markus Buchhandlung in Gütersloh wiederum präsentiert freitags persönliche Buchempfehlungen für seine Kundschaft.
Wie eine Sprecherin betont, gelten manche alten Annahmen der Verlagswelt nicht mehr. Man habe ihnen früher eingehämmert, dass Taschenbücher in Buchhandelsregalen kaum Chancen hätten und farbige Einlegeblätter die Verkäufe nicht steigerten. Zugleich beobachten sie, wie langatmige Branchen-Diskussionen an Bedeutung verlieren – während sie mit Freude verzeichnen, wie frische Ideen den Markt beleben.
Der Umstieg auf digitale Plattformen hilft Buchhändler:innen und Verlagen, neue Zielgruppen zu erschließen. Die virtuelle Interaktion ermöglicht es, Leser:innen in vertrauten, alltagstauglichen Räumen zu begegnen. Die Branche bleibt im Wandel – während traditionelle Ansätze an Wirkung einbüßen.






