Warum Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie die AfD stärkt
Nancy NeuschäferWarum Misstrauen gegen Institutionen Populisten wie die AfD stärkt
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum sich Menschen von etablierten Institutionen abwenden. In seinem neuesten Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie der schwindende Glaube an Gerichte, Medien und Wissenschaft den Aufstieg populistischer Bewegungen befeuert. Seine Erkenntnisse werfen ein Licht auf den Aufstieg von Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) und Figuren wie Donald Trump.
El-Mafaalani zeigt nach, wie sich Misstrauen in Gruppen verbreitet, die sich von traditionellen Systemen im Stich gelassen fühlen. Diese Menschen, die etablierten Autoritäten skeptisch gegenüberstehen, schließen sich oft mit Gleichgesinnten zusammen, die ihre Zweifel teilen. Digitale Plattformen ermöglichen es ihnen, sich zu vernetzen und zu organisieren – und verstärken so ihre Überzeugungen.
Die AfD, ursprünglich 2013 als Anti-Euro-Partei gegründet, vollzog nach internen Spaltungen 2015 einen deutlichen Rechtsruck. Ihre Unterstützung wuchs stetig und erreichte in einigen westdeutschen Bundesländern wie Baden-Württemberg 18,8 Prozent. Die Parteivorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel nutzten die Unzufriedenheit mit Migration, Energiepolitik und vermeintlicher Medienvoreingenommenheit aus, um enttäuschte Konservative und Protestwähler anzuziehen.
Laut El-Mafaalani reicht es nicht aus, die Inkompetenz der AfD bloßzustellen, um das Vertrauen in die Demokratie bei ihren Anhängern wiederherzustellen. Populistische Strategen untergraben gezielt das Vertrauen in Institutionen und erschweren es damit traditionellen Parteien, ihren Einfluss zurückzugewinnen. Seine Analysen deuten darauf hin, dass neue Ansätze nötig sind, um dem Rechtspopulismus wirksam zu begegnen.
El-Mafaalanis Arbeit macht deutlich, wie tief verwurzelt das Misstrauen in der modernen Politik ist. Seine Erkenntnisse zeigen einen Kreislauf auf, in dem Skepsis populistische Bewegungen stärkt und die politischen Landschaften umgestaltet. Die Herausforderung besteht nun darin, Wege zu finden, um das Vertrauen in demokratische Institutionen wieder aufzubauen.






