27 March 2026, 16:29

SPD-Spaltung: Zwei Abgeordnete distanzieren sich von EU-Asylreformen

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

SPD-Spaltung: Zwei Abgeordnete distanzieren sich von EU-Asylreformen

Zwei SPD-Abgeordnete haben sich öffentlich von einer gemeinsamen Erklärung zu den Asylreformen der EU distanziert. Helge Lindh und Rasha Nasr, beide in der Migrationspolitik engagiert, kritisierten den Ansatz hinter dem Papier. Ihre Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung die Umsetzung der jüngsten Änderungen am Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) vorbereitet.

Die Bundesregierung hatte die GEAS-Reform mit Unterstützung von CDU/CSU- und SPD-Vertretern am 27. Februar 2026 im Bundestag verabschiedet. Das Gesetz zielt darauf ab, Asylverfahren in Europa zu vereinheitlichen, das Recht auf Asyl zu wahren und neue Maßnahmen wie Sekundärmigrationszentren und Grenzkontrollen einzuführen. Menschenrechtsorganisationen äußerten jedoch Bedenken und warnen, die Pläne gingen über die EU-Vorgaben hinaus und könnten die Inhaftierung von Kindern ermöglichen.

Helge Lindh, Vorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt in Wuppertal, hinterfragte die Strategie, mit der Erklärung Spaltungen innerhalb der Regierungskoalition zu provozieren. Rasha Nasr, migrationspolitische Sprecherin der SPD, bezeichnete die Kritik als Teil der normalen parlamentarischen Debatte. Gleichzeitig bestätigte sie, dass es keine offiziellen Gespräche zwischen SPD und Grünen zu diesem Thema gegeben habe.

Trotz ihrer Vorbehalte betonten beide Abgeordnete die grundsätzliche Unterstützung der SPD für eine Migrationspolitik, die human, rechtsstaatlich und geordnet bleibt. Nasr erkannte zwar die inhaltlichen Punkte des Papiers an, unterstrich aber die Notwendigkeit einer praktikablen und würdevollen Umsetzung der EU-Reformen.

Die SPD setzt weiterhin auf einen ausgewogenen Ansatz in der Asylpolitik, der Rechtmäßigkeit und Menschenwürde in den Mittelpunkt stellt. Die Haltung der Partei spiegelt die anhaltenden Spannungen wider, nationale Maßnahmen mit den EU-weiten Reformen in Einklang zu bringen. Unterdessen stehen die Regierungspläne in der Kritik von Menschenrechtsorganisationen, die mögliche Verstöße gegen den Schutz von Asylsuchenden befürchten.

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