Private Krankenversicherungen 2026: Bis zu 13 Prozent höhere Beiträge für Millionen
Franco GröttnerPrivate Krankenversicherungen 2026: Bis zu 13 Prozent höhere Beiträge für Millionen
Private Krankenversicherungen in Deutschland werden 2026 drastisch teurer
Ab Januar 2026 müssen rund 60 Prozent der privat Versicherten mit deutlichen Beitragserhöhungen rechnen. Die Preissprünge fallen in eine Zeit, in der auch die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung Rekordhöhen erreichen – und sorgen damit vor der anstehenden Wahl für erneute Reformforderungen.
Die Abgaben für die gesetzliche Krankenversicherung sind in den vergangenen zehn Jahren stetig gestiegen. Der durchschnittliche Beitragssatz kletterte von 15,5 Prozent im Jahr 2015 auf 17,5 Prozent 2026 – ein historischer Höchststand. Treiber der Entwicklung sind steigende medizinische Kosten und die alternde Bevölkerung.
Anders als bei der gesetzlichen Versicherung richten sich die Prämien der Privatversicherer nicht nach dem Einkommen. Nun stehen für etwa 60 Prozent der privat Versicherten im Schnitt 13 Prozent höhere Beiträge an. Betroffen ist damit rund ein Zehntel der Bevölkerung; der Rest ist über die gesetzlichen Kassen abgedeckt.
Auch beim Zugang zu medizinischen Leistungen gibt es Unterschiede zwischen den Systemen: Privatversicherte erhalten in der Regel schneller einen Arzttermin, während 30 Prozent der gesetzlich Versicherten länger als zwei Monate auf einen Facharztbesuch warten müssen.
Die steigenden Kosten haben die Debatte über die Finanzierung des Gesundheitssystems neu entfacht. Die SPD wirbt vor der Wahl für eine "solidarische Bürgerversicherung". Hans-Jürgen Urban von der IG Metall unterstützt ein System, das "von allen für alle finanziert" wird. Auch Verena Bentele, Vorsitzende des Sozialverbands VdK, setzt sich für eine einheitliche, solidarisch getragene gesetzliche Absicherung ein.
Die jüngsten Beitragserhöhungen werden ab Januar Millionen privat Versicherte belasten. Angesichts der ebenfalls auf Rekordniveau liegenden gesetzlichen Beiträge wächst der Druck auf strukturelle Veränderungen. Parteien und Gewerkschaften schlagen nun gemeinsame Systeme vor, um die Kosten gerechter über die gesamte Bevölkerung zu verteilen.






