Gamescom 2024: Hinter der Euphorie lauern Einsamkeit und Hass in der Gaming-Szene
Franco GröttnerGamescom 2024: Hinter der Euphorie lauern Einsamkeit und Hass in der Gaming-Szene
Gamescom startet diese Woche in Köln – Umfrage zeigt besorgniserregende Trends unter Gaming-Enthusiasten
Die größte Spielemesse der Welt, die Gamescom, öffnet an diesem Mittwoch in Köln ihre Tore. Hunderttausende Fans werden die fünf Tage dauernde Fachmesse besuchen. Eine aktuelle Umfrage deckt nun alarmierende Tendenzen unter passionierten Gamern auf – darunter Einsamkeit, Belästigung und extremistische Einstellungen.
Laut der Erhebung haben 27 % der engagierten Spielerinnen und Spieler im vergangenen Jahr an einer Demonstration teilgenommen. In dieser Gruppe verbreitete sich zudem eine Reihe umstrittener Überzeugungen: 43 % stimmten der Aussage zu, Juden hätten zu viel Einfluss in der Welt. Feindseligkeit gegenüber LGBTQ+-Personen und antifeministische Haltungen waren ebenfalls weit verbreitet.
Cybermobbing bleibt ein großes Problem in Gaming-Communities. 38 % der befragten Hardcore-Gamer gaben an, „sehr häufig oder ziemlich oft“ beleidigt zu werden. Zu den gemeldeten Übergriffen zählten auch Drohungen mit körperlicher Gewalt und Vergewaltigung. Insgesamt berichteten 14 % aller Befragten von häufigen verbalen Angriffen.
Einsamkeit betrifft einen beträchtlichen Teil der Gaming-Szene: 58 % der leidenschaftlichen Spieler fühlten sich mäßig bis stark vereinzamt. Die Zielgruppe ist überwiegend männlich – drei Viertel der engagierten Gamer sind Männer. Mehr als die Hälfte (55 %) ist zwischen 16 und 34 Jahre alt.
Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer Gaming-Kultur, in der Belästigung, soziale Isolation und extremistische Ansichten kein Einzelfall sind. Diese Probleme bestehen neben der Begeisterung für Events wie die Gamescom, wo Fans zusammenkommen, um ihre gemeinsame Leidenschaft zu feiern. Die Umfragedaten deuten auf einen dringenden Bedarf an mehr Bewusstsein und gezielten Maßnahmen innerhalb der Community hin.






