Brantner lehnt Wehrpflicht ab und setzt auf freiwilliges Engagement und Fachkräfte
Irmhild PutzBrantner lehnt Wehrpflicht ab und setzt auf freiwilliges Engagement und Fachkräfte
Grünen-Chefin Franziska Brantner positioniert sich in der Debatte um die allgemeine Dienstpflicht in Deutschland
Die Co-Vorsitzende der Grünen, Franziska Brantner, hat sich in die Diskussion um eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland eingeschaltet. Ihre Stellungnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Land angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine erneut über die Rückkehr zur allgemeinen Dienstpflicht debattiert. Zwar erkennt Brantner die Bedenken jüngerer Generationen an, vertritt jedoch eine abgewogene Haltung zu dem Vorstoß.
Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 hat die Debatte über die Wiedereinführung der Wehrpflicht an Fahrt aufgenommen. Die politischen Lager sind gespalten: Während CDU/CSU und FDP eine Dienstpflicht zur Stärkung der Landesverteidigung befürworten, setzen sich SPD und Grüne für freiwillige Modelle ein. Die AfD fordert eine vollständige Rückkehr zur Wehrpflicht, Friedensbewegungen kritisieren den Plan hingegen als Militarisierung. Umfragen zeigen ein gespaltenes Meinungsbild – die Zustimmung wächst, bleibt aber alles andere als einheitlich.
Brantner plädiert stattdessen für einen "generationenübergreifenden Gesellschaftsvertrag", der faire Bildungschancen, Klimaschutzmaßnahmen und soziale Leistungen für alle Altersgruppen umfasst. Sie nimmt die Frustration vieler junger Menschen über Rentenreformen und wirtschaftliche Unsicherheit ernst. Anstelle einer Pflichtdienstzeit schlägt sie vor, militärische Laufbahnen attraktiver zu gestalten und ein freiwilliges Melderegister für über 18-Jährige einzuführen.
Die Grünen-Politikerin betonte die Bedeutung von Fachkenntnissen in Krisensituationen und verwies auf den Bedarf an Spezialisten wie einem 45-jährigen Drohnenprogrammierer oder einer 51-jährigen Köchin. Gleichzeitig pochte sie darauf, dass das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung in jedem Fall gewahrt bleiben müsse. Der Vorschlag, der von prominenten Grünen wie Mona Neubaur, Katharina Fegebank und Anton Hofreiter unterstützt wird, soll auf dem Parteitag Ende November offiziell beraten werden.
Die endgültige Position der Grünen wird auf dem anstehenden Parteitag festgezurrt. Brantners Ansatz setzt auf freiwilliges Engagement und kompetenzbasierte Beiträge statt auf eine verpflichtende Dienstzeit. Das Ergebnis der Debatte könnte weitreichende Folgen für die zukünftige Sicherheits- und Sozialpolitik Deutschlands haben.






