17 June 2026, 16:04

Berlins Kulturszene kämpft mit Protesten gegen Haushaltskürzungen an

Welchen Weg für die Kultur?

Berlins Kulturszene kämpft mit Protesten gegen Haushaltskürzungen an

Berlins Kulturszene wehrt sich gegen aktuelle Kürzungen

Über 600 Kulturschaffende haben die „Berliner Erklärung“ unterzeichnet und fordern mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für die Kultur. Mit gezielten Aktionen und öffentlichem Druck will die Kampagne die anstehende Wahl beeinflussen.

Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, kritisierte die Kürzungen als kurzsichtig. Er erinnerte an einen prägenden Moment mit 14 Jahren, als ein Theaterbesuch in Paderborn sein Leben veränderte – ein Beweis für die nachhaltige Wirkung von Kultur. Seine Warnungen kommen, während das Atelierhaus in der Wilsnacker Straße aufgrund der gleichen finanziellen Engpässe vor der Schließung steht.

Die Initiative „Berlin ist Kultur“ mischt sich nun aktiv in den Wahlkampf ein. Während einer Aktionswoche wird der Slogan „#deineStimmefürKultur“ in allen Kultureinrichtungen der Stadt verbreitet. Zudem hat die Gruppe „Wahl-Lackmustests“ für Kandidat:innen vorbereitet, darunter Fragen zur Förderung kultureller Bildung.

Prominente Unterstützer:innen haben sich der Sache angeschlossen. Katharina Marg, Bezirksverordnete der Linken, stand neben den Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg auf der Bühne. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die Notlage des Hauses mit dem Schicksal des Ikarus – trotz des Gewinns des Bundes-Theaterpreises kämpft es weiterhin um Finanzierung. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, warnte vor den Folgen steigender Mieten und einer möglichen Zerschlagung zugunsten der Opernstiftung.

Die Erklärung und die Initiative zielen auf eine dauerhafte Absicherung der Kulturfinanzierung und den Erhalt der Institutionen ab. Ohne schnelles Handeln drohen Einrichtungen wie das Atelierhaus oder das Maxim Gorki Theater die Schließung oder drastische Einschnitte. Der Erfolg der Kampagne hängt nun von öffentlicher und politischer Unterstützung in der kommenden Wahl ab.

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