18 April 2026, 00:38

Wie ein syrischer Flüchtling in Schildgen eine neue Heimat fand

Plakat für den Wohltätigkeitsbasar für die Witwen und Waisen deutscher, australischer, ungarischer und alliierter Soldaten mit Text zu den Veranstaltungseinzelheiten.

Wie ein syrischer Flüchtling in Schildgen eine neue Heimat fand

Vor einem Jahrzehnt starteten Einwohner von Schildgen eine lokale Initiative, um Geflüchtete zu unterstützen, die in ihrer Gemeinde ankamen. Unter ihnen war Youssef Messraba, ein junger Mann aus Syrien, der seitdem in Deutschland ein neues Leben aufgebaut hat. Seine Geschichte spiegelt sowohl die Herausforderungen als auch die Erfolge der Integration in der kleinen Stadt wider.

2015 schlossen sich etwa 100 Schildgener Bürger zur Gruppe Willkommen in Schildgen zusammen, die Geflüchteten praktische Hilfe anbot. Sie unterstützten bei Behördengängen, Arztbesuchen und Deutschkursen. Messraba, der im selben Jahr nach Deutschland kam, profitierte von dieser Unterstützung, während er sich in einem neuen Land zurechtfand.

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Mit der Zeit absolvierte er eine Ausbildung zum Elektroniker und begann später ein Studium der Elektro- und Medizintechnik. Trotz seiner Fortschritte war der Weg nicht einfach – er wartete 20 Monate auf die Staatsbürgerschaft und erlebte Momente der Ausgrenzung. Doch die offene Haltung der Gemeinde gab ihm Halt.

Heute lebt Messraba mit einer deutschen Freundin, hat deutsche Freunde und fühlt sich als Teil der Gemeinschaft. Seine Geschichte steht exemplarisch für den Erfolg: Zehn Jahre später sind 72 Prozent der Geflüchteten in Schildgen erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium. Die meisten sprechen mittlerweile fließend Deutsch.

Zum Jubiläum findet am 28. November eine Veranstaltung unter dem Titel Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen statt. Zudem ist bis zum 6. Dezember die Ausstellung Himmel un Ääd von Philipp J. Bösel mit Porträts von Geflüchteten zu sehen.

Messrabas Erfahrung zeigt, wie lokale Unterstützung Integration prägen kann. Die Initiative hat greifbare Ergebnisse erzielt: stabile Arbeitsplätze, Bildung und Sprachkenntnisse unter Geflüchteten. Schildgens Ansatz bleibt ein Vorbild für die Aufnahme von Neuankömmlingen.

Quelle