16 March 2026, 22:32

Wasserstoffbranche kämpft mit schwindendem Investorenvertrauen und operativen Rückschlägen

Liniendiagramm, das die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Wasserstoffbranche kämpft mit schwindendem Investorenvertrauen und operativen Rückschlägen

Die Wasserstoffbranche steht vor neuen Herausforderungen, da das Vertrauen der Investoren schwindet. Aktuelle Kursausschläge und operative Rückschläge werfen Fragen über die kurzfristigen Aussichten der Industrie auf. Dennoch halten einige Unternehmen und Kommunalverwaltungen unbeirrt an der Wasserstofftechnologie fest.

Das norwegische Unternehmen Nel ASA, das seinen Geschäftsschwerpunkt auf Wasserstoff legt, verzeichnete zum Handelsstart in Stuttgart einen bescheidenen Anstieg von 2,5 Prozent und kletterte auf 0,192 Euro. Trotz dieses leichten Plus bleibt die Aktie nur knapp über ihrem Rekordtief von 0,17 Euro – nur wenige optimistische Anleger halten noch durch.

Unterdessen gab das britische Unternehmen ITM Power grünes Licht für eine große Neuinvestition. Dennoch fiel der Aktienkurs um 2,1 Prozent auf 0,73 Euro und startete damit im Minus. Das Unternehmen steht weiterhin unter Druck, seine wirtschaftliche Tragfähigkeit unter Beweis zu stellen – angesichts wachsender Skepsis.

In den USA erlebte Bloom Energy einen ähnlichen Rückgang: Die Aktie verlor 1,7 Prozent und notierte bei 154,51 Dollar. Der Rücksetzer markierte das Ende vorheriger Gewinne und spiegelte die allgemeine Verunsicherung in der Branche wider.

Auch operative Hürden machen der Industrie zu schaffen. Die Abfallwirtschaft Bielefeld besitzt wasserstoffbetriebene Müllfahrzeuge, doch die Fahrzeuge stehen still – wegen fehlendem Treibstoff. Lokale Verantwortliche winken das Problem als vorübergehend ab und betonen, die Stadt bleibe dem Wasserstoff verpflichtet.

Die Volatilität der Ölpreise verstärkt die Unsicherheit zusätzlich. Innerhalb eines Jahres fiel der Preis für Brent-Rohöl Anfang 2025 auf 60 bis 71 Dollar pro Fass, getrieben von schwacher Nachfrage und Überproduktion. Doch bis März 2026 schnellte er auf fast 120 Dollar hoch, nachdem der US-israelische Konflikt mit dem Iran die Lieferketten unterbrochen hatte. Kurzfristige Preissprünge könnten die Attraktivität von Wasserstoff schwächen, da höhere Ölkosten den Anreiz zum Umstieg mindern. Bleiben die Preise jedoch dauerhaft hoch, könnte Wasserstoff als langfristige Alternative an Boden gewinnen.

Die Wasserstoffbranche bewegt sich zwischen finanziellen Belastungen und Verzögerungen bei der Umsetzung. Während einige Investoren und Städte zuversichtlich bleiben, muss der Sektor die akuten Hindernisse überwinden, um seine Zukunft zu sichern. Wie sich die Wechselwirkung zwischen Ölpreisentwicklung und Wasserstoffnutzung gestaltet, wird maßgeblich seinen Weg in den kommenden Monaten prägen.

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