13 June 2026, 04:24

Thyssenkrupp startet historisches Wasserstoff-Projekt für klimaneutralen Stahl in Duisburg

Wasserstoff ersetzt Hochofen: Planungsvertrag für DRI-Anlage in Duisburg vergeben

Thyssenkrupp startet historisches Wasserstoff-Projekt für klimaneutralen Stahl in Duisburg

Thyssenkrupp hat mit der Umstellung seines Stahlwerks in Duisburg begonnen: Hochöfen werden durch eine wasserstoffbasierte Direktreduktionsanlage ersetzt. Das Projekt markiert einen historischen Wandel in der deutschen Stahlindustrie und zielt darauf ab, die CO₂-Emissionen drastisch zu senken. Die Bauarbeiten für die neue Anlage begannen Mitte 2024, nachdem eine vorzeitige Genehmigung erteilt worden war.

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Die Direktreduktionsanlage (DRI-Anlage) wird jährlich 2,5 Millionen Tonnen eisenreichen, kohlenstoffarmen Heißbriketts (HBI) produzieren. Sie nutzt die Midrex-Flex-Technologie, die den Betrieb mit einer Mischung aus Erdgas und Wasserstoff ermöglicht. Zwei nachgeschaltete Schmelzaggregate verarbeiten anschließend das Material aus der DRI-Anlage.

Das Baustellengelände umfasst eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern und liegt in Duisburg in der Nähe des Kraftwerks Walsum. Neben der DRI-Anlage und den Schmelzaggregaten entstehen über 60 weitere Bauwerke, darunter Betriebsgebäude, ein Büro- und Werkstattkomplex sowie neue Transport- und Lagerinfrastrukturen.

Die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen fördern das Vorhaben mit zwei Milliarden Euro. Allein durch die DRI-Anlage sollen die CO₂-Emissionen um bis zu 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr sinken – das entspricht etwa einem Fünftel der aktuellen Gesamtemissionen der deutschen Stahlindustrie.

Die neue Anlage wird die Emissionen in einem Sektor deutlich verringern, der für rund 30 Prozent der industriellen Treibhausgase in Deutschland verantwortlich ist. Nach ihrer Inbetriebnahme wird sie eine Schlüsselrolle bei der Umstellung auf eine grüne Stahlproduktion einnehmen. Das Projekt steht für eine der größten Investitionen in nachhaltige Industrietechnologie des Landes.

Quelle