Streit um VAR-Einsatz: Abseits-Patzer im DFB-Pokal entfacht Debatte über frühere Videoüberprüfung
Irmhild PutzStreit um VAR-Einsatz: Abseits-Patzer im DFB-Pokal entfacht Debatte über frühere Videoüberprüfung
Eine umstrittene Abseitsentscheidung im DFB-Pokal hat die Forderungen nach einem früheren Einsatz des Videobeweises (VAR) im Wettbewerb neu entfacht. Beim Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Bayern München übersah Schiedsrichter Tobias Welz ein klares Abseits von Leroy Sané vor dessen Ausgleichstreffer. Der Fehler hat eine erneute Debatte darüber ausgelöst, ob die Videoüberprüfungen bereits vor dem aktuellen Viertelfinale eingeführt werden sollten.
Der VAR wird im DFB-Pokal seit der Saison 2019/20 eingesetzt – allerdings erst ab dem Viertelfinale. Der jüngste Patzer bei Sanés Tor hat den Druck erhöht, das System bereits in früheren Runden zu nutzen. Bayern-Chef Max Eberl setzt sich nun dafür ein, den Videobeweis spätestens ab der zweiten Runde einzuführen.
Die Kosten für eine frühere Einführung des VAR stellen jedoch ein großes Hindernis dar. Die Clubs der 1. und 2. Bundesliga geben bereits rund 11 Millionen Euro für die Grundkosten des Videobeweises aus, hinzu kommen etwa eine Million Euro für Personal – das entspricht fast 20.000 Euro pro Spiel. Vereine aus den unteren Ligen, denen die notwendige Technik fehlt, müssten zusätzlich finanziell unterstützt werden, doch eine Lösung steht noch aus.
Auch in der Bundesliga gibt es Frust über den VAR. Eintracht Frankfurts Trainer Dino Toppmöller kritisierte kürzlich eine Entscheidung, die ein Tor seiner Mannschaft im 1:1 gegen Heidenheim aberkannte. Trotz solcher Probleme hält Jochen Drees, Innovationschef der DFB Schiri GmbH, die Einführung des VAR ab der zweiten Runde des DFB-Pokals für machbar.
Das übersehene Abseits im Kölner Spiel hat die begrenzte Nutzung des Videobeweises im DFB-Pokal in den Fokus gerückt. Eine Ausweitung würde jedoch finanzielle und logistische Herausforderungen für Vereine außerhalb der Top-Ligen mit sich bringen. Die Diskussion dauert an, während die Verantwortlichen die Vorteile einer höheren Entscheidungsgenauigkeit gegen die Implementierungskosten abwägen.






