Stillgelegte Bahnstrecke zwischen Bocholt und Münster könnte bald wieder fahren
Nancy NeuschäferStillgelegte Bahnstrecke zwischen Bocholt und Münster könnte bald wieder fahren
Pläne zur Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecke zwischen Bocholt, Borken, Coesfeld und Münster gewinnen neuen Schwung. Verkehrsplaner halten das Vorhaben mittlerweile für finanziell machbar – dank niedrigerer als erwarteter Kosten und wachsender Unterstützung durch lokale Befürworter.
Die Strecke galt einst als zu teuer für eine Wiederinbetriebnahme. Aktualisierte Studien deuten jedoch darauf hin, dass die Sanierung deutlich weniger kosten könnte als ursprünglich angenommen. Bei einer Genehmigung würde die Linie voraussichtlich rund 7.000 Fahrgäste täglich bedienen und schnellere sowie häufigere Verbindungen bieten als bisher erwartet.
In die Planung einbezogen ist nun auch eine Teil-Elektrifizierung: Auf nicht elektrifizierten Abschnitten sollen batteriebetriebene Züge zum Einsatz kommen. Unterstützer verweisen auf die ökologischen Vorteile, darunter geringere Emissionen und bessere Anbindungen im ländlichen Raum. Zudem argumentieren sie, dass das Projekt den Straßenverkehr entlasten und den Zugang zu Arbeitsplätzen und Bildungseinrichtungen verbessern würde.
Trotz des Optimismus gibt es noch Hürden. Knappe Haushalte und Konkurrenz durch andere Infrastrukturprojekte könnten den Fortschritt verzögern. Interessenverbände drängen den Verkehrsverbund Westfalen-Lippe, mit der detaillierten Planung voranzuschreiten, und betonen die langfristigen Vorteile für die Region.
Die reaktivierte Bahnstrecke könnte den Verkehr zwischen Bocholt, Borken, Coesfeld und Münster grundlegend verändern. Mit sinkenden Kosten und starker Rückendeckung erscheint das Projekt realistischer denn je. Der nächste Schritt hängt nun von der Sicherung der Finanzierung und der Priorisierung innerhalb des Verkehrsetats ab.






