17 March 2026, 01:07

Solinger Kirchenkreis plant radikale Kürzungen wegen sinkender Mitglieder und Finanzen

Eine evangelische Kirche steht in der Mitte einer Straße, mit einer Straße unten, Pflanzen und Bäumen im Hintergrund und einem klaren blauen Himmel darüber.

Solinger Kirchenkreis plant radikale Kürzungen wegen sinkender Mitglieder und Finanzen

Solinger Kirchenkreis steht vor tiefgreifenden Veränderungen

Der evangelische Kirchenkreis Solingen bereitet sich auf weitreichende Umbrüche vor, da finanzielle Engpässe und sinkende Mitgliederzahlen seine Zukunft prägen. Eine neue Gebäudestrategie, die von einer siebenköpfigen Arbeitsgruppe erarbeitet wurde, sieht in den kommenden zehn Jahren massive Kürzungen bei Immobilien und Angeboten vor. Die Pläne sollen auf einer außerordentlichen Kündigung im März 2026 beraten werden, doch endgültige Beschlüsse könnten noch ausstehen.

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat gewarnt, dass dem Solinger Kirchenkreis bis Mitte der 2030er-Jahre nur noch etwa die Hälfte seiner aktuellen Mittel zur Verfügung stehen werde. Auch die Zahl der Gemeindeglieder und der hauptamtlichen Mitarbeiter wird voraussichtlich schrumpfen. Als Reaktion hat eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Hartmut Hoferichter ein langfristiges Konzept erarbeitet, um die Arbeit der Kirche zukunftsfähig zu gestalten.

Die Vorschläge teilen 15 Immobilien in drei Kategorien ein. Fünf Gebäude – die Ohliger Stadtkirche, die Waldkirche, die Dorper Kirche, die Evangelische Kirche Gräfrath sowie drei Gemeindezentren – sollen langfristig erhalten bleiben. Bei fünf weiteren Liegenschaften, darunter die Christuskirche, das Gemeindezentrum Rupelrath und die Evangelische Kirche Mangenberg, ist die Zukunft noch ungewiss; hier bedarf es weiterer Prüfungen.

Fünf weitere Standorte stehen vor einer ungewissen Zukunft: Die Evangelische Kirche Merscheid, die Widdertkirche, die Ketzberger Kirche, das Gemeindezentrum Zwinglistraße und die Lutherkirche können mittelfristig nicht offen gehalten werden. Die Lutherkirche hatte bereits 2023 angekündigt, ihr Kirchengebäude nach 2030 nicht mehr für Gottesdienste zu nutzen.

Zudem strebt der Kirchenkreis an, alle verbleibenden Gebäude bis 2035 klimaneutral zu betreiben. Dieses Ziel erfordert jedoch kostspielige Sanierungen, die die finanzielle Belastung des Kreises weiter verschärfen.

Auf der außerordentlichen Synode am 14. März 2026 werden die Empfehlungen der Arbeitsgruppe diskutiert. Selbst wenn dann noch keine endgültigen Entscheidungen fallen, wird die Versammlung die Weichen stellen, welche Kirchen und Einrichtungen erhalten bleiben. Angesichts schrumpfender Ressourcen und einer kleiner werdenden Gemeinde werden die nächsten Schritte darüber entscheiden, wie der Kirchenkreis seine Gemeinschaft in den kommenden Jahrzehnten begleiten kann.

AKTUALISIERUNG

Kirchenkreis veranstaltet Informationsveranstaltung ├╝ber zuk├╝nftige Plane: 350 Teilnehmer, Feedback beeinflusst Entscheidungen im M├Ąrz 2026

Der Solinger Kirchenkreis hat am 11. Februar 2026 eine Informationsveranstaltung abgehalten, um vorl├Ąufige Vorschl├Ąge f├╝r Kirchenschlie├čungen zu pr├Ąsentieren. Wichtige Details:

  • 350 Teilnehmer h├Ârten von Superintendentin Dr. Ilka Werner, dass Transparenz im Vordergrund steht und das Arbeitsgruppenkonzept eine 'lebenswichtige Grundlage' f├╝r die M├Ąrz 2026-Synode ist.
  • Eine vorherige Sitzung f├╝r die F├╝hrung am 4. Februar legte den Grundstein, wobei Feedback aus beiden Veranstaltungen die endgültigen Empfehlungen verfeinern wird.
  • Die Lutherkirche wird nach 2030 kulturelle Veranstaltungen ausrichten, aber keine regelm├Ą├čigen Sonntagsgottesdienste, wie vom Presbyterium best├Ątigt.