19 March 2026, 20:30

NRW-Tafeln kämpfen ums Überleben: Räumungen bedrohen Lebensmittelhilfe für Tausende

Karte von Afrika mit Farben, die verschiedene Prozentsätze der Nahrungsmittelunsicherheit pro Land zeigen, begleitet von erklärendem Text.

NRW-Tafeln kämpfen ums Überleben: Räumungen bedrohen Lebensmittelhilfe für Tausende

Tafeln in Nordrhein-Westfalen stehen vor wachsender Krise – Standorte verlieren ihre Räumlichkeiten

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In ganz Nordrhein-Westfalen geraten die Tafeln zunehmend unter Druck, da wichtige Standorte ihre Räume verlieren. In Moers läuft der Mietvertrag der örtlichen Tafel aus – der Vermieter hat das Gebäude für den Eigenbedarf zurückgeforderte, sodass die Einrichtung ausziehen muss. Ähnliche Schließungen drohen auch in Düsseldorf und Bonn, wo ebenfalls Räumungen bevorstehen.

Die Moerser Tafel fungiert als zentraler Logistikstandort und versorgt 14 weitere Tafeln im Niederrhein-Gebiet mit Lebensmitteln. Ohne einen neuen Standort könnte nicht nur ihr Betrieb, sondern auch die Arbeit der von ihr abhängigen kleineren Tafeln zum Erliegen kommen. Raffaele Corda, der die Einrichtung seit 14 Jahren ehrenamtlich leitet, warnte, er werde zurücktreten, falls sich keine Lösung abzeichnet.

In Düsseldorf hat die Tafel ihre Räumlichkeiten bereits verloren, während der Bonner Standort vor einer unmittelbar bevorstehenden Räumung steht. Die Schließungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage unvermindert hoch bleibt: Allein in Nordrhein-Westfalen sind bis zu 400.000 Menschen auf die Lebensmittelspenden der Tafeln angewiesen. Viele von ihnen kommen mit dem Bürgergeld des Landes – 563 Euro monatlich für eine Einzelperson – kaum über die Runden und können sich Grundbedürfnisse nicht decken.

Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl kritisiert die Abhängigkeit des Systems von freiwilligen Spenden. Ohne einen gesetzlichen Anspruch auf Unterstützung befänden sich bedürftige Menschen in einer prekären Lage, so seine Argumentation. Doch aktuelle Daten dazu, wie viele Menschen in der Region von Lebensmittelknappheit betroffen sind oder wie sich die Schließungen auf die Versorgung auswirken werden, liegen nicht vor.

Der Verlust dieser Tafeln würde für Tausende, die auf sie angewiesen sind, eine lebenswichtige Unterstützung wegbrechen. Da bisher keine Ersatzstandorte gefunden wurden, könnte die Fähigkeit des Netzwerks, Lebensmittel zu verteilen, deutlich eingeschränkt werden. Bis auf Weiteres bleiben sowohl Ehrenamtliche als auch Hilfsbedürftige in Unsicherheit – und warten auf eine Lösung.

Quelle