07 May 2026, 04:29

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittler die Sicherheit revolutionieren

Polizeibeamte in Uniform stehen hinter Absperrungen und blicken auf eine Menge, von der einige Kappen tragen und Waffen halten, während sie einen Anti-Terror-Einsatz in Wien, Österreich, durchführen.

NRW-Polizei setzt auf OSINT: Wie digitale Ermittler die Sicherheit revolutionieren

Nordrhein-Westfalens Polizei baut digitale Kompetenz mit großem OSINT-Schub aus

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen stärkt ihre digitale Expertise mit einem massiven Ausbau der Open-Source-Intelligence (OSINT). Im Rahmen der Initiative werden Beamte darin geschult, öffentlich zugängliche Daten – etwa aus sozialen Medien – systematisch zu sammeln und auszuwerten. Eine neu geschaffene Abteilung beim Landeskriminalamt (LKA) leitet das Vorhaben und markiert damit einen grundlegenden Wandel in der polizeilichen Ermittlungstaktik.

Was als kleines Team mit zwei Spezialisten begann, ist mittlerweile zu einer eigenständigen Abteilung mit 16 Expertinnen und Experten angewachsen. Die als Abteilung 22.2 bekannte Einheit wird von Fabian Coenen am LKA in Düsseldorf geleitet. Ihr Fokus liegt auf politisch motivierter Kriminalität – mithilfe von OSINT werden schnell eskalierende Vorfälle mit relevanter sicherheitspolitischer Dimension nachverfolgt.

Zur Unterstützung dieser Expansion stellte das LKA im Rahmen des Projekts „Digitale Streife“ zehn zusätzliche Beamte ein. Sechs von ihnen verstärken Coenens Team, während fast 100 weitere Kräfte in sechs regionalen Behörden eine OSINT-Schulung durchlaufen haben. Darunter ist Laura Ellrich, eine 28-jährige Beamtin, die 2022 in den Staatsschutz wechselte und sich seitdem auf OSINT spezialisiert hat.

Verantwortlich für die Ausbildung ist Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Dozent an der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Sein Online-Programm, das er gemeinsam mit anderen Fachleuten entwickelt hat, umfasst zehn standardisierte Module. Die Kurse vermitteln den Beamten ein einheitliches Grundlagenwissen – von der Datenerfassung bis zur Analyse.

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Die Initiative spiegelt einen übergeordneten Trend wider: Sechs spezialisierte Einheiten bieten mittlerweile OSINT-Unterstützung für dringende Einsätze im Zusammenhang mit politischen Ereignissen. Durch die Nutzung öffentlich zugänglicher digitaler Informationen können die Behörden schneller auf Bedrohungen reagieren.

Der Ausbau der OSINT-Fähigkeiten in Nordrhein-Westfalen hat aus einer Nischenaktivität einen zentralen Baustein der modernen Polizeiarbeit gemacht. Mit geschulten Spezialisten, die flächendeckend in regionalen Behörden eingesetzt werden, sind die digitalen Einheiten des LKA nun besser gerüstet, um Sicherheitsrisiken zu überwachen und zu bekämpfen. Das strukturierte Schulungsprogramm stellt sicher, dass die Beamten öffentlich verfügbare Daten effektiv in Ermittlungen einbinden können.

Quelle