21 March 2026, 16:50

Neubaur fordert schärfere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Fernandes-Fall

Eine Frau in einem weißen Hemd steht vor einem Gebäude mit einem Zitat über die Unterstützung von Opfern von Extremismus, mit einem Logo in der rechten unteren Ecke.

Neubaur fordert schärfere Gesetze gegen Deepfake-Missbrauch nach Fernandes-Fall

Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, hat dringende Rechtsreformen gefordert, um den Missbrauch von Deepfakes zu bekämpfen. Ihre Äußerungen folgen auf einen viel beachteten Fall, in dem die Schauspielerin Collien Fernandes öffentlich über jahrelange digitale Belästigung sprach. Neubaur lobte Fernandes' Mut und warnte, dass die aktuellen Gesetze die wachsende Bedrohung durch KI-generierte Gewalt nicht ausreichend abdecken.

Fernandes reichte Ende 2025 eine 40-seitige Strafanzeige beim Amtsgericht Palma de Mallorca ein. Darin beschuldigte sie ihren Ex-Mann, Christian Ulmen, des Identitätsdiebstahls, häuslicher Gewalt und der Erstellung deepfake-pornografischer Inhalte – eine Praxis, die sie als "virtuelle Vergewaltigung" bezeichnete. Die spanischen Behörden leiteten Ermittlungen ein, die auf strengeren Gesetzen basieren als in Deutschland.

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Neubaur betonte, dass Deepfakes längst kein Nischenproblem mehr seien, sondern eine weit verbreitete Form digitaler Gewalt. Sie kritisierte die zögerliche Gesetzgebung in Deutschland und verwies auf erhebliche rechtliche Lücken bei der Verfolgung solcher Straftaten. Als Lösung schlug sie vor, digitale und physische Gewalt im Sexualstrafrecht gleichzustellen.

Die stellvertretende Ministerpräsidentin regte zudem die Einrichtung spezialisierter Gerichte für Sexualstraftaten an – sowohl für analoge als auch digitale Fälle. Als Vorbild nannte sie das spanische System, in dem solche Delikte effizienter bearbeitet werden. Fernandes bezeichnete sie als "eine mutige Frau", deren öffentliches Auftreten andere Opfer ermutigen könnte, sich zu melden.

Der Fall hat den Bedarf an stärkerem Schutz vor Deepfake-Missbrauch in Deutschland deutlich gemacht. Neubauers Vorschläge umfassen Rechtsreformen und spezialisierte Gerichte, um bestehende Schlupflöcher zu schließen. Ohne Änderungen, warnte sie, würden Opfer weiterhin auf Hindernisse bei der Suche nach Gerechtigkeit stoßen.

Quelle