30 March 2026, 10:33

Massive Proteste in Bonn und Köln gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine widerstehe Feminist" auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Luftballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Massive Proteste in Bonn und Köln gegen sexualisierte Gewalt und digitale Übergriffe

Hunderte Demonstranten gingen am Sonntag in Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren und konkrete Maßnahmen zu fordern. Die Kundgebung folgte einer größeren Demonstration in Köln am Vortag, an der über 5.000 Menschen für dasselbe Anliegen teilgenommen hatten. Beide Veranstaltungen spiegeln die wachsende öffentliche Empörung über jüngste, viel beachtete Fälle digitaler Gewalt wider.

Die Bonner Proteste wurden von einem breiten Bündnis aus Stadtratsparteien organisiert, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt. Über 500 Menschen versammelten sich vor dem alten Rathaus und hielten Schilder mit Aufschriften wie "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf Cindy Laupers Hit "Girls Just Wanna Have Fun". Redner forderten Männer auf, sich aktiv gegen frauenfeindliches Verhalten zu stellen und Verantwortung für die Verhinderung von Gewalt gegen Frauen zu übernehmen.

Die Demonstrationen finden vor dem Hintergrund landesweiter Empörung statt, die durch eine "Der Spiegel"-Recherche zu den Vorwürfen der Schauspielerin Collien Fernandes ausgelöst wurde. Sie wirft ihrem Ex-Mann, dem Schauspieler Christian Ulmen, digitale Gewalt vor, darunter die Erstellung von Deepfake-Bildern. Der Fall hat bundesweit Proteste befeuert, mit Großdemonstrationen in Berlin (über 10.000 Teilnehmer) und Hamburg (mehr als 17.000) in diesem Jahr.

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Der politische Druck wächst. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz dafür, dass er sich nicht stärker für bessere Schutzmaßnahmen für Frauen einsetze. Unterdessen hat der Bundestag Gesetzesreformen beschleunigt. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) will noch in dieser Woche einen Kabinettsentwurf vorlegen, der bis zu zwei Jahre Haft für die Erstellung oder Verbreitung sexualisierter Deepfakes vorsieht – darunter manipulierte intime Aufnahmen und anzügliche Darstellungen. Die Grünen haben bereits einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht, während die CDU/CSU zwar separate Regelungen ankündigte, den Grünen-Vorschlag aber kritisierte.

Die Proteste in Bonn und Köln unterstreichen die Dringlichkeit, sexualisierte Gewalt – sowohl im Netz als auch im echten Leben – zu bekämpfen. Angesichts der bevorstehenden Gesetzesverschärfungen steht die Regierung unter Zugzwang, entschlossen zu handeln. Die öffentliche Wut und die politischen Debatten deuten darauf hin, dass das Thema weiterhin im Mittelpunkt der nationalen Diskussion bleiben wird.

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