20 March 2026, 16:32

Junge Menschen in NRW verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt hilft

Ein Plakat mit der Aufschrift "Wir müssen die sozialen Medien für das nationale Experiment zur Rechenschaft ziehen, das sie an unseren Kindern durchführen - zum Profit.", geschmückt mit Sternen.

Junge Menschen in NRW verlieren das Vertrauen in die Demokratie – was jetzt hilft

Ein neuer Bericht aus Nordrhein-Westfalen offenbart wachsende Sorgen um die Demokratie unter jungen Menschen. Die Studie zeigt einen deutlichen Rückgang der Zufriedenheit mit der Funktionsweise der Demokratie, gleichzeitig steigt die Konfrontation mit extremistischem Inhalt im Netz. Expert:innen warnen, dass Schulen und die klassische politische Bildung es nicht schaffen, der digitalen Radikalisierung entgegenzuwirken.

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Der dritte Demokratiebericht der Landeszentrale für politische Bildung des Bundeslandes beleuchtet besorgniserregende Entwicklungen: Nur noch die Hälfte der jungen Befragten ist mit der gelebten Demokratie zufrieden. Auch die Unterstützung für demokratische Werte schwindet – lediglich 83 Prozent der 19- bis 29-Jährigen stehen weiterhin hinter dem System.

Undemokratische Haltungen breiten sich aus: Fast die Hälfte der Befragten glaubt, die Gesellschaft würde von "einer starken Partei" profitieren, die den "Volkswillen" vertritt. Die Studie unterteilt die Bevölkerung in drei Gruppen: 44 Prozent gelten als "überzeugte Demokrat:innen", 42 Prozent als "fragile Demokrat:innen" und 8 Prozent als "Demokratiegegner:innen".

Seit 2021 ist der Anteil der "fragilen Demokrat:innen" in Nordrhein-Westfalen um fünf Prozentpunkte gestiegen und liegt 2025 bei 28 Prozent. Zudem zeigt der Bericht einen Zusammenhang zwischen persönlicher Lebenszufriedenheit und demokratischer Gesinnung: Wer mit den eigenen Umständen zufrieden ist, vertritt demokratische Werte tendenziell stärker.

Junge Menschen selbst fordern Veränderungen. Viele wünschen sich, dass Schulen politische Themen umfassender behandeln – schließlich sind sie in digitalen Räumen zunehmend Hass auf Frauen, Gewalt und Extremismus ausgesetzt. Bundesbildungsministerin Karin Prien hat Alarm geschlagen angesichts der Rasanz, mit der schädliche Inhalte über soziale Medien, Chatgruppen und Gaming-Plattformen verbreitet werden.

Die klassische politische Bildung kommt kaum noch mit: Der Bericht betont, dass aktuelle Lehrmethoden nicht ausreichend darauf vorbereitet sind, digitale Manipulation und Radikalisierung zu bekämpfen.

Die Ergebnisse unterstreichen eine wachsende Kluft zwischen jungen Menschen und demokratischen Institutionen. Während extremistische Botschaften im Netz an Fahrt aufnehmen und das Vertrauen in die Demokratie schwindet, fordert der Bericht eine Stärkung der politischen Bildung und bessere Unterstützungsstrukturen. Schulen und Politik stehen nun unter Druck, sich an die veränderte Landschaft politischer Teilhabe anzupassen.

Quelle