Infineon baut Stellen ab und setzt auf Industrie statt Elektroautos
Nancy NeuschäferInfineon baut Stellen ab und setzt auf Industrie statt Elektroautos
Infineon kündigt tiefgreifende Veränderungen an und wendet sich vom schwächelnden Elektroauto-Markt ab. Der Konzern baut Stellen am deutschen Standort ab, während er gleichzeitig eine neue Produktlinie für industrielle Anwendungen auf den Markt bringt. Diese Schritte erfolgen vor der Veröffentlichung der nächsten Finanzzahlen, die das Anlegervertrauen maßgeblich prägen dürften.
Am Standort Warstein werden Stellen im dreistelligen Bereich gestrichen. Die Kürzungen sind eine direkte Folge des drastischen Nachfrageeinbruchs bei Elektrofahrzeugen und zwingen das Unternehmen zu einer Umstrukturierung seiner Geschäftsbereiche. Unberührt bleiben lediglich die Sparten Windkraft, Solarenergie und Ladeinfrastruktur.
Die Produktion von Leistungsmodulen wird künftig am ungarischen Standort Cegléd gebündelt. Mit dieser Konsolidierung sollen Abläufe effizienter gestaltet und Kosten gesenkt werden. Den betroffenen Mitarbeitern in Warstein werden Vorruhestandsregelungen und Abfindungen angeboten, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
Gleichzeitig stellt Infineon mit der EasyPACK C eine neue Produktreihe vor, die auf Siliziumkarbid-Technologie setzt. Die Module punkten mit einer höheren Leistungsdichte und einer deutlich längeren Lebensdauer als ihre Vorgänger. Das Unternehmen setzt nun auf industrielle Anwendungen, um die Verluste im schrumpfenden E-Auto-Sektor auszugleichen.
Anleger warten gespannt auf die Quartalszahlen für das vierte Geschäfstjahr, die am 12. November veröffentlicht werden. Analysten werden dann genau unter die Lupe nehmen, wie Infineon die Krise in der Automobilbranche bewertet und welche Chancen die neuen Industrieprodukte bieten.
Die Stellenstreichungen und die Verlagerung der Produktion markieren einen klaren Kurswechsel weg von Elektrofahrzeugen. Ob sich diese Strategie auszahlt, hängt vom Erfolg der EasyPACK C-Reihe und den anstehenden Finanzberichten ab. Infineons nächste Schritte werden maßgeblich von der Marktentwicklung und den eingesparten Kosten bestimmt.






