Großrazzia gegen mutmaßlichen Führerschein-Betrugsring in Ostwestfalen
Nancy NeuschäferGroßrazzia gegen mutmaßlichen Führerschein-Betrugsring in Ostwestfalen
Fünf Personen aus Bielefeld und Werther müssen sich wegen des Vorwurfs vor Gericht verantworten, einen groß angelegten Führerscheinfälschungsring betrieben zu haben. Der Gruppe wird vorgeworfen, gegen Bezahlung theoretische Führerscheinprüfungen für andere abgelegt zu haben. Laut Staatsanwaltschaft gab es mindestens 71 Versuche, von denen 14 vor der Durchführung vereitelt wurden.
Die Betrugsmasche lief zwischen Februar 2022 und Juli 2025 nach einem klaren Muster ab: Für jede Prüfung wählte der Ring einen Doppelgänger aus, der dem eigentlichen Prüfling ähnelte. Die Bezahlung für das Bestehen der Prüfung lag zwischen 1.100 und 2.000 Euro pro Versuch, insgesamt sollen rund 35.000 Euro geflossen sein.
Aufgedeckt wurde der Schwindel im Zuge einer anderen Ermittlung durch das Landgericht Hannover. Einem der Angeklagten wird vorgeworfen, das gesamte Netzwerk organisiert zu haben. Allen fünf drohen nun Anklagepunkte wegen gewerbsmäßigen Betrugs.
Der Prozess vor dem Landgericht Bielefeld hat kürzlich begonnen und soll bis Ende Mai dauern. Acht Verhandlungstage sind angesetzt. Bei einer Verurteilung müssen die Angeklagten mit Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren rechnen.
Einige der Beschuldigten sind bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestraft. Gegen andere laufen noch Ermittlungen in separaten Fällen.
Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen 71 mutmaßlich gefälschte Führerscheinprüfungen, von denen 14 im Vorfeld gestoppt wurden. Das Urteil wird entscheiden, ob die Angeklagten ins Gefängnis müssen. Der Prozess wird in den kommenden Wochen mit weiteren Verhandlungen fortgesetzt.






