16 April 2026, 00:37

Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt 30 Prozent teurer wurde

Brutalistischer Barbershop in Berlin mit Betongebäuden, Fenstern, Geländern, Balkonen und Namensschildern, umgeben von Bäumen, Laternenmasten und Fußgängern unter einem bewölkten Himmel.

Haarschnittpreise sind deutlich gestiegen - Friseurpreise explodieren: Warum der Haarschnitt 30 Prozent teurer wurde

Friseurpreise in Deutschland steigen seit 2020 stark an

Die Kosten für einen Haarschnitt in Deutschland sind in den vergangenen vier Jahren deutlich gestiegen. Die Preise für Damenfrisuren kletterten um 28 Prozent, während Herren- und Kinderhaarschnitte sogar um 31 Prozent teurer wurden. Hinter diesem Anstieg stecken höhere Löhne, explodierende Energiekosten sowie die allgemeine Inflation, die sich auf Materialien und Betriebskosten auswirkt.

Im September 2024 lag der Durchschnittspreis für einen Damenhaarschnitt inklusive Waschen und Föhnen bei etwa 54 Euro. Männer zahlten für einen vergleichbaren Service rund 33 Euro. Diese Zahlen spiegeln einen größeren Trend wider: 28 Prozent der Deutschen geben mittlerweile zwischen 15 und 29 Euro pro Haarschnitt aus, während 20 Prozent zwischen 30 und 49 Euro bezahlen.

Doch nicht nur die Preise verändern sich – auch die Branche selbst ist im Wandel. Zwischen 2014 und 2023 sank die Zahl der Friseurauszubildenden von 23.540 auf 13.509, auch wenn 2024 ein leichter Anstieg zu verzeichnen war. Auffällig ist, dass in diesem Jahr mehr als ein Drittel der Auszubildenden Männer waren – ein bemerkenswerter Shift in einem traditionell von Frauen dominierten Berufsfeld. Gleichzeitig schrumpfte die Gesamtzahl der Beschäftigten um etwa 300 Personen, sodass nun knapp unter 150.000 Menschen in der Branche arbeiten.

Auch der Wettbewerb wird härter. Klassische Friseursalons sehen sich zunehmend der Konkurrenz von Barbiershops gegenüber, die oft günstigere Preise bieten und sich vor allem in Städten rasant verbreiten. Von den 80.363 registrierten Friseurbetrieben im Jahr 2024 ist mittlerweile etwa jeder fünfte ein Barbiershop. Trotz dieser Entwicklungen erzielte die Branche 2024 einen Umsatz von 7,67 Milliarden Euro. Prognosen deuten jedoch auf einen Rückgang im kommenden Jahr hin, getrieben durch sinkende Kundenzahlen und weniger Terminbuchungen.

Die deutsche Friseurbranche steht vor großen Herausforderungen: steigende Kosten, ein schrumpfendes Arbeitskräfteangebot und sich wandelnde Konsumgewohnheiten. Da die Preise seit 2020 um fast ein Drittel gestiegen sind, passen Kunden ihre Ausgaben an. Die Zukunft der Branche wird davon abhängen, wie gut Salons sich an den Wettbewerb und den wirtschaftlichen Druck anpassen können.

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