13 June 2026, 18:21

Deutschland droht bis 2036 ein Rekord-Arbeitskräftemangel von 4,3 Millionen

IW: Deutschland fehlt bis 2036 etwa 4,3 Millionen Arbeitskräfte

Deutschland droht bis 2036 ein Rekord-Arbeitskräftemangel von 4,3 Millionen

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) warnt vor einem wachsenden Arbeitskräftemangel in Deutschland. Bis 2036 könnte dem Land ein Defizit von rund 4,3 Millionen Beschäftigten drohen – deutlich höher als bisher angenommen. Als Hauptgründe nennt der Bericht restriktive Migrationspolitik und ein nachlassendes Interesse, in Deutschland zu arbeiten.

Laut der noch unveröffentlichten IW-Studie wird die erwerbsfähige Bevölkerung stark zurückgehen. Bis 2036 werden voraussichtlich nur noch 9,8 Millionen Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten, was zu einem Fehlbestand von 4,3 Millionen führt. Dies stellt eine deutliche Verschärfung gegenüber der Prognose von 2024 dar, die noch von einem Defizit von knapp unter 3 Millionen ausging und bis 2040 mit einem leichten Wachstum rechnete.

Auch die Gesamtzahl der Erwerbstätigen wird voraussichtlich um 6,9 Prozent sinken – von 55 Millionen im Jahr 2025 auf 51,2 Millionen 2036. Zudem erwartet das Statistische Bundesamt einen Rückgang der Gesamtbevölkerung um 2,9 Prozent auf etwa 81,1 Millionen bis 2045.

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Um den Mangel zu beheben, schlägt das IW vor, den Arbeitsmarkt durch die Anwerbung ausländischer Fachkräfte zu erweitern und stärker auf inländische Potenziale zu setzen – insbesondere auf Frauen mit Migrationshintergrund. Zudem werden längere individuelle Arbeitszeiten und bessere finanzielle Anreize empfohlen. Viele Vollzeitbeschäftigte würden dem Bericht zufolge länger arbeiten, wenn Steuern und Sozialabgaben gesenkt würden.

Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit politischer Reformen, um einen schweren Arbeitskräftemangel abzuwenden. Ohne Gegenmaßnahmen droht der deutschen Wirtschaft durch die schrumpfende Erwerbsbevölkerung eine erhebliche Belastung. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zielen darauf ab, sowohl die ausländische als auch die inländische Arbeitsmarktteilnahme zu stärken.

Quelle