Deutsche Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultfiguren aus
Franco GröttnerWenn es grün ist, hoppe weiter - spezielle Ampelmotive im Aufwind - Deutsche Städte tauschen Ampelmännchen gegen lokale Kultfiguren aus
Städte in ganz Deutschland ersetzen klassische Fußgängerampeln durch lokale Kulturikonen
Der Trend hat bereits mindestens neun Standorte erfasst – darunter Dachau, das nach positiver Resonanz seine thematischen Ampeln nun ausbauen will. Während Anwohner die kreativen Entwürfe begeistern, warnen Behörden vor möglichen Sicherheitsrisiken und Erkennungsproblemen.
Die Idee der thematischen Ampeln ist nicht neu: Bereits 2016 führte Mainz seine Mainzelmännchen-Figuren ein, 2018 folgte Trier mit einem Abbild von Karl Marx statt der grünen Standardfigur. Hameln zeigte ab 2019 den Rattenfänger, und Hamburg wird ab Januar 2026 Ernie und Bert an seinen Ampeln präsentieren. Auch Solingen, Kamp-Lintfort und Duisburg setzten auf lokale Arbeiterfiguren oder Sagengestalten.
In Bayern hat der Trend besonders an Fahrt aufgenommen – getrieben von regionalem Stolz. München verfügt mittlerweile über drei Ampeln mit dem Pumuckl, Straubing zeigt den Bruder Straubinger, und in Dachau tragen die Figuren traditionelle bayerische Tracht. Augsburgs Kasperl leuchtet bei Grün, während die klassische Silhouette bei Rot für Klarheit sorgt. Deggendorf präsentiert eine Frau beim Knödelwerfen, Nürnberg hingegen Albrecht Dürers Feldhasen.
Hofs Plan für eine Wärschtlamo-Ampel (ein Würstchenverkäufer) scheiterte zunächst, wurde aber nach Übernahme der 3.000-Euro-Kosten durch die SPD-Fraktion doch noch genehmigt. Dachau investierte 300 Euro in Schablonen sowie ein Honorar für den Designer und will weitere Motive hinzufügen. Die Kommunen gestalten die Ampeln selbst, während die Landesregierungen die Einhaltung der Vorschriften überwachen. Das bayerische Innenministerium kritisiert den Trend jedoch: Abweichende Designs könnten Fußgänger verwirren und das Unfallrisiko erhöhen.
Die Umstellung auf thematische Ampeln spiegelt eine Mischung aus lokaler Identität und öffentlicher Begeisterung wider. Doch während immer mehr Städte nachziehen, bleibt die Debatte um Sicherheit und Erkennbarkeit bestehen. Bis auf Weiteres tragen die Kommunen sowohl die gestalterische Verantwortung als auch die Haftung bei möglichen Unfällen.






