21 March 2026, 20:29

Baden-Baden feiert Nijinsky und Pawlowa mit einzigartigem Ballettfestival

Plakat für eine 1909er Pariser Ballettvorstellung namens "Saison Russe", das eine gemalte Tänzerin in einer anmutigen Pose mit der Aufschrift "Opera et Ballet" darüber zeigt.

Baden-Baden feiert Nijinsky und Pawlowa mit einzigartigem Ballettfestival

Baden-Baden ehrt zwei Legenden des Balletts

Dieser Herbst steht in Baden-Baden ganz im Zeichen zweier der bedeutendsten Persönlichkeiten der Ballettgeschichte. Mehr als ein Jahrhundert, nachdem Wasslaw Nijinsky und Anna Pawlowa einen prägenden Sommer in der deutschen Kurstadt verbrachten, widmet ein großes Festival ihrem anhaltenden Einfluss. Die Veranstaltung unter dem Titel "Die Welt des John Neumeier" findet vom 2. bis 12. Oktober statt und umfasst seltene Aufführungen, Ausstellungen sowie einen Abschiedsgruß des renommierten Choreografen.

Im August 1913 hielt sich Nijinsky im Brenners Parkhotel auf, um mit Sergei Djagilew an einem von Bach inspirierten Ballett zu arbeiten. Während dieses Aufenthalts entwickelte er drei bahnbrechende Werke: Jeux, Le Sacre du Printemps sowie eine überarbeitete Fassung von Petruschka. Diese Stücke, entstanden in Zusammenarbeit mit den Ballets Russes, revolutionierten die moderne Spitzentanztechnik und schockierten das Publikum mit ihrer Kühnheit.

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Ebenfalls in jenem Sommer traf Nijinskys berühmteste Partnerin, Anna Pawlowa, in Baden-Baden ein, um sich auf ihren eigenen Auftritt vorzubereiten. Am 26. August betrat sie die Bühne in ihrer ikonischen Rolle als "Der sterbende Schwan" – eine Choreografie zu Camille Saint-Saëns' "Karneval der Tiere". Das zarte, ausdrucksstarke Solo zählt bis heute zu den bekanntesten Werken des Balletts.

Nun wird das Festspielhaus Neumeiers Ballett Nijinsky an drei Abenden, vom 3. bis 5. Oktober, zeigen. Neumeier, der Nijinsky als den "größten Visionär der Ballettkunst" bezeichnet, hat sich jahrzehntelang mit dem Leben und Vermächtnis des Tänzers beschäftigt. Seine private Sammlung mit Erinnerungsstücken an Nijinsky und Pawlowa wird ab dem 3. Oktober im Stadtmuseum Baden-Baden zu sehen sein.

Das Festivalprogramm umfasst zudem "Illusionen – wie Schwanensee" und "Der Nussknacker"; Karten sind bereits erhältlich. Den Abschluss bildet Neumeiers "Epilog", der vom 10. bis 12. Oktober aufgeführt wird und seinen Abschied von der Hamburg Ballett-Company nach 50 Jahren markiert.

Das Festival verbindet Baden-Badens historische Verbindung zu Nijinsky und Pawlowa mit Neumeiers modernen Interpretationen. Aufführungen, Ausstellungen und der Abschied eines großen Choreografen unterstreichen die anhaltende Bedeutung der Stadt für die Ballettgeschichte. Das Publikum kann seltene Archivmaterialien entdecken und Werke erleben, die die Tanzkunst bis heute prägen.

Quelle