22 March 2026, 00:38

Atommüll-Transport von Jülich nach Ahaus startet trotz massiver Proteste

Ein Mann in einem weißen Anzug trägt einen gelben Eimer mit einem radioaktiven Symbol, umgeben von maskierten Individuen mit Taschen, mit Gebäuden, einem Laternenpfahl, Flaggen und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Atommüll-Transport von Jülich nach Ahaus startet trotz massiver Proteste

Deutschland treibt die Pläne voran, 152 Behälter mit atomarem Abfall vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus zu transportieren – trotz massiver Proteste. Die ersten Lieferungen sollen bereits nächste Woche starten, nach Jahren voller juristischer Auseinandersetzungen und Verzögerungen. Der Müll lagert seit 40 Jahren in Jülich, lange nach der Abschaltung des dortigen Versuchsreaktors im Jahr 1988.

Nach der Stilllegung des Forschungsreaktors 1988 blieb der Atommüll in Jülich zurück. Über ein Jahrzehnt suchten die Behörden nach einer Zwischenlager-Lösung, bis man sich schließlich für Ahaus entschied. Doch seit 2013 betreibt die Anlage in Jülich ihr Lager ohne gültige Genehmigung – die Regierung sah sich nun zum Handeln gezwungen.

Lokale Aktivisten und die Stadt Ahaus wehren sich seit Langem gegen die Transporte und verweisen auf die Risiken. Dennoch sollen alle 152 Castor-Behälter in mehr als 50 Einzeltransporten verlagert werden. Die Genehmigung für das Zwischenlager in Ahaus läuft jedoch 2036 aus – die langfristige Entsorgung des Atommülls bleibt damit weiter ungeklärt.

Unterdessen flammt in Deutschland die Debatte um die Kernenergie wieder auf. Druck von EU-Spitzenpolitikern wie Ursula von der Leyen und Emmanuel Macron hat die Diskussion über neue Reaktoren belebt. Im Fokus stehen dabei kleine modulare Reaktoren (SMR), die kompakt sind, in Fabriken vorgefertigt werden und weniger Abfall produzieren sollen. Bisher befinden sich jedoch nur vier dieser SMR im Bau – je zwei in China und Russland –, und kein einziges Modell ist bisher in Betrieb. Die meisten Projekte stecken noch in der Planungsphase, vor allem in China, Russland, den USA und Großbritannien.

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Der Transport der Behälter von Jülich nach Ahaus erfolgt in Etappen und beginnt nächste Woche. Rechtsstreitigkeiten und Proteste hatten den Umzug jahrelang verzögert, doch die Regierung hat nun die notwendigen Genehmigungen erhalten. Ohne eine dauerhafte Lösung bleibt die Zukunft des Atommülls nach 2036 jedoch ungewiss.

Quelle