30 March 2026, 16:39

Anna Netrebko kehrt trotz Protesten an die Berliner Staatsoper zurück

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Anna Netrebko kehrt trotz Protesten an die Berliner Staatsoper zurück

An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera Premiere – mit der Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle. Die fast dreistündige Aufführung erntete starken Applaus für Ensemble und Orchester. Vor dem Opernhaus versammelten sich jedoch rund 50 Demonstranten mit ukrainischen Fahnen, um ihren Protest zum Ausdruck zu bringen.

Netrebko übernahm die Rolle der Amelia im Rahmen des Festspielprogramms der Staatsoper. Ihre Rückkehr auf die Bühne folgt auf Jahre der Kontroversen, die mit ihrer wahrgenommenen Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammenhängen. 2021 feierte sie ihren 50. Geburtstag mit einer Veranstaltung im Moskauer Kreml – ein Schritt, der später auf Kritik stieß.

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 sagten westliche Institutionen wie die Met in New York und die Wiener Staatsoper ihre Auftritte ab. Kritiker warfen ihr vor, den Krieg nicht deutlich genug zu verurteilen, was zu Boykottaufrufen führte. 2024 und 2025 kehrte sie jedoch mit hochkarätigen Auftritten nach Europa zurück, darunter an der Bayerischen Staatsoper in München. Sie äußerte sich mittlerweile klarer gegen den Krieg und distanzierte sich von Putin, doch einige Protestierende stufen sie weiterhin als Kreml-nah ein.

Bei der Berliner Premiere skandierten Demonstranten Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Im Inneren des Hauses reagierte das Publikum hingegen warm auf ihren Auftritt. Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, betonte, Netrebko sei seit Kriegsbeginn nicht mehr nach Russland zurückgekehrt und habe öffentlich mit dem Regime gebrochen.

Die in Russland und Österreich doppelt staatsbürgerliche Netrebko trat zuletzt im Dezember 2021 in Russland auf. Ihre schrittweise Rückkehr auf europäische Bühnen spiegelt die anhaltende Debatte wider, ob Kunst von politischen Kontroversen getrennt werden sollte.

Die Aufführung von Un ballo in maschera verlief trotz der Proteste draußen ohne Unterbrechung. Netrebkos Auftritt markiert ihre fortschreitende Reintegration in die großen europäischen Opernhäuser. Die Reaktionen zeigen jedoch, wie tief die Spaltungen über ihre Vergangenheit und die grundsätzliche Frage nach der Verantwortung von Künstlern in politischen Konflikten nach wie vor sind.

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