250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Trudel Eimer250 Frauen fordern Zehn-Punkte-Plan gegen männliche Gewalt in Deutschland
Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen in Deutschland hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt vorgestellt. Zu der Gruppe gehören Politikerinnen, Aktivistinnen und Prominente, die sich für Rechtsreformen und strengere Schutzmaßnahmen einsetzen. Ihre Forderungen richten sich an die Bundesregierung und zielen auf dringende Änderungen im Strafrecht sowie im digitalen Verbraucherschutz ab.
An der Initiative beteiligen sich Persönlichkeiten wie die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Auch die Fernsehmoderatorin Carolin Kebekus, die Schauspielerin Veronica Ferres und die Musikerin Nina Chuba unterstützen die Kampagne. Der Plan konzentriert sich darauf, rechtliche Lücken zu schließen und den Schutz von Frauen zu stärken.
Eine zentrale Forderung ist die Einführung von Femizid als eigenständigen Straftatbestand im deutschen Strafgesetzbuch. Bisher gibt es kein bundesweites Gesetz, obwohl einige Bundesländer Reformen vorantreiben. Im März 2026 verabschiedete der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern eine Resolution, die den Bundesrat aufforderte, Femizid als Mordmerkmal einzustufen. Bereits Anfang desselben Monats hatten sich SPD-Fraktionen darauf verständigt, für schärfere Bundesstrafen zu werben, während Politiker von SPD und Union eine Reform des Mordparagrafen forderten.
Die Gruppe setzt sich zudem für ein "Nur-Ja-heißt-Ja"-Modell im Sexualstrafrecht ein, das klarstellt, dass nur eine eindeutige und freiwillige Zustimmung als Einwilligung gilt. Ein weiterer Schwerpunkt ist ein digitales Schutzgesetz, das schädliche Inhalte schneller löschen und Täter identifizieren soll. Gefordert wird auch ein Verbot von KI-Apps wie "Nudify"-Programmen, die Menschen auf Fotos digital entkleiden. Zudem verlangt das Bündnis die Strafbarkeit nicht einvernehmlicher, sexualisierter Deepfake-Inhalte.
Die Vorschläge zielen darauf ab, systemische Defizite bei der Behandlung geschlechtsspezifischer Gewalt in Deutschland zu beheben. Sollten die Reformen umgesetzt werden, würden sie strengere Strafen, klarere Einwilligungsregeln und schnellere Reaktionen auf digitale Übergriffe mit sich bringen. Die Bundesregierung hat sich bisher noch nicht zu den Forderungen des Bündnisses geäußert.






