Zuckerrübenanbau in Deutschland kämpft mit sinkenden Flächen und neuen Schädlingen
Trudel EimerZuckerrübenanbau in Deutschland kämpft mit sinkenden Flächen und neuen Schädlingen
Zuckerrübenanbau in Deutschland gerät zunehmend unter Druck
Der Anbau von Zuckerrüben in Deutschland steht vor wachsenden Herausforderungen: Sinkende Preise und steigende Konkurrenz setzen die Branche unter Druck. In den vergangenen fünf Jahren ist die Anbaufläche um 15 bis 20 Prozent geschrumpft – von etwa 43.000 Hektar im Jahr 2020 auf rund 35.000 Hektar 2025. Besonders betroffen sind Regionen wie Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt, wo die Flächen in diesem Zeitraum um über 25 Prozent zurückgingen.
Die Landwirte kämpfen mit zahlreichen Problemen: zollfreie Zuckerimporte, neue Krankheiten und resistente Schädlinge erschweren die Produktion. Erkrankungen wie die Stolbur-Phytoplasmose (SBR), die Cercospora-Blattfleckenkrankheit sowie hartnäckige Unkräuter setzen den Beständen zu. Viele Bauern haben daher ihre Zuckerrübenflächen reduziert, um wirtschaftlich zu bleiben.
Auf dem Betrieb Metternich-Ratibor-Corvey KG in Höxter hat Betriebsleiter Marius Feldmann seine Zuckerrübenfelder von 160 Hektar im Jahr 2023 auf 118 Hektar bis 2026 verringert. Dennoch verzeichnet er erste Erfolge mit einem neuen Herbizid namens Rinpode. Auf 44 Hektar getestet, erwies es sich als einfach anzuwenden und wirksam gegen Hühnerhirse und Ausfallraps.
Dank der geringen Aufwandmenge und der guten Kombinierbarkeit mit anderen Herbiziden gilt Rinpode als vielversprechendes Mittel. Erste Versuche deuten darauf hin, dass es die Zuckererträge steigern und die Vitalität der Rüben verbessern könnte. Zwar haben Notfallzulassungen kurzfristig bei der Schädlings- und Krankheitsbekämpfung geholfen, doch bevorzugen Landwirte langfristige Zulassungen für mehr Planungssicherheit.
Um die Erträge zu sichern, setzen Erzeuger zunehmend auf moderne Pflanzenschutzmethoden, darunter hochwirksame Fungizide und Biostimulanzien. Diese Innovationen sollen Qualität und Menge in einem immer schwierigeren Marktumfeld gewährleisten.
Der Rückgang des Zuckerrübenanbaus bedroht jedoch die heimische Produktion und die regionale Versorgungssicherheit. Ohne Lösungen für den Preisdruck und die Schädlingsproblematik dürften die Anbauflächen weiter schrumpfen. Neue Herbizide wie Rinpode bieten zwar Hoffnung, doch für langfristige Stabilität sind umfassendere marktpolitische und regulatorische Maßnahmen nötig.






