Willich plant radikale Kita-Reformen: Schließungen, Umzüge und neue Konzepte bis 2029
Franco GröttnerWillich plant radikale Kita-Reformen: Schließungen, Umzüge und neue Konzepte bis 2029
Der Stadtrat von Willich hat umfangreiche Änderungen bei den Kindertagesstätten für die kommenden Jahre angekündigt. Mehrere Einrichtungen werden geschlossen oder verlegt, während andere ihr Angebot ausbauen. Die Entscheidungen fallen vor dem Hintergrund sich wandelnder Nachfrage und wachsendem finanziellen Druck.
Bis zum 31. Juli 2026 endet das Brückenprojekt Schatzkiste des DRK. Gleichzeitig erhält die Kita Alperhof kein neues Gebäude an ihrem bisherigen Standort. Stattdessen zieht sie in das generationenübergreifende Projekt Reinershof um, das in neun Minuten mit dem Auto oder 16 Minuten mit dem Bus erreichbar ist. Das bestehende Alperhof-Gebäude wird abgerissen.
Die Kita St. Irmgardis schließt nach dem Kitajahr 2026/2027. Auf ihrem Gelände entsteht dann die erweiterte Kita Villa Kunterbunt, die künftig Mittagessen und Ganztagsbetreuung anbietet. Stadt und Kirchengemeinde wollen die weiteren Bedarfe im Dialog klären und die Pläne gegebenenfalls anpassen.
Aufgrund finanzieller Zwänge und sinkender Nachfrage hat die Stadt die Pläne für zwei neue städtische Kitas aufgegeben. Stattdessen erhält das Blaue Haus in Schiefbahn seine freiwillige Förderung bis zum 31. Juli 2027. Vor diesem Termin beginnen Gespräche über eine mögliche Schließung.
In den nördlichen Stadtteilen Willichs, darunter Anrath und Neersen, stiegen die Geburtenraten zwischen 2015 und 2025 um 15 bis 20 Prozent. Jüngere Familien zogen dorthin, angezogen von günstigeren Wohnverhältnissen, was zu höheren Geburtenzahlen führte als im Stadtzentrum. Dennoch klagen Eltern in der Region über mangelnde Betreuungsplätze vor Ort, was die Attraktivität des Viertels für Familien mindert.
Bis 2029 rechnet Willich aufgrund rückläufiger Geburtenzahlen und geringerer Nachfrage mit einem Überschuss von 440 Kita-Plätzen. Die Umstrukturierungen sollen die Ressourcen besser verteilen und den veränderten Bevölkerungsbedürfnissen gerecht werden. Weitere Gespräche mit Trägern und Eltern werden die endgültigen Anpassungen prägen.