Viersen steht vor 39 Millionen Euro Defizit – droht die Pleite bis 2031?
Trudel EimerViersen steht vor 39 Millionen Euro Defizit – droht die Pleite bis 2031?
Die Stadt Viersen steuert auf eine sich verschärfende Finanzkrise zu: Bis 2026 droht ein Defizit von 39 Millionen Euro. Ohne grundlegende Kurskorrekturen könnten die jährlichen Verluste bis 2029 anhalten und die Stadt bis 2031 in die Insolvenz treiben. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) fordert die Verantwortlichen nun auf, von Steuererhöhungen abzusehen und stattdessen auf interkommunale Zusammenarbeit sowie die Ansiedlung von Unternehmen zu setzen, um die Haushaltslage zu stabilisieren.
Als Hauptkostentreiber im Viersener Haushalt nennt die IHK die Jugendhilfe, deren Ausgaben um 6,7 Millionen Euro gestiegen sind, sowie den Kreisumlagebeitrag, der sich um 7 Millionen Euro erhöht hat. Trotz freiwilliger Konsolidierungsbemühungen der Stadt belasten diese starken Anstiege die Finanzen zusätzlich. Zwar begrüßt die IHK die Sparpläne, kritisiert jedoch, dass die Personalausgaben weiterhin dynamisch wachsen.
Statt die Steuern zu erhöhen, pocht die IHK darauf, mehr Gewerbegebiete auszuweisen, um Unternehmen anzuziehen und die Steuereinnahmen zu steigern. Derzeit liegt der Hebesatz für die Gewerbesteuer in Viersen bei 460 Prozent – höher als im Bundesdurchschnitt vergleichbarer Kommunen. Eine weitere Anhebung oder eine Erhöhung der Grundsteuer (Typ B) würde die Wettbewerbsfähigkeit zusätzlich schwächen, zumal Viersen bereits den zweithöchsten Satz für Nicht-Wohngebäude im Kreis hat.
Die IHK betont zudem die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Kommunen, um Dienstleistungen gemeinsam zu erbringen und die Verwaltung effizienter zu gestalten. Solche Kooperationen könnten Kostensenkungen bringen, ohne die Haushalte zusätzlich zu belasten. Zwar hat die Wirtschaftsförderung der Stadt bereits mögliche Flächen für Gewerbeerweiterungen identifiziert, doch kritisiert die IHK die zögerliche Umsetzung dieser Pläne.
Die finanzielle Lage Viersens bleibt prekär: Bis mindestens 2029 werden Defizite erwartet. Die Empfehlungen der IHK zielen darauf ab, Steuererhöhungen zu vermeiden, die Gewerbegebietsentwicklung zu beschleunigen und die interkommunale Zusammenarbeit zu vertiefen. Ohne diese Maßnahmen wird das Insolvenzrisiko bis 2031 weiter steigen.