Uli Hoeneß greift vegane Ernährung an – trotz eigener Herzprobleme
Franco GröttnerUli Hoeneß greift vegane Ernährung an – trotz eigener Herzprobleme
Der ehemalige Bayern-München-Präsident Uli Hoeneß hat mit scharfer Kritik an veganer Ernährung in einem aktuellen Radiointerview für Aufsehen gesorgt. Seine Äußerungen fallen ausgerechnet in eine Phase, in der die Tierrechtsorganisation PETA ihn eingeladen hat, an ihrem Programm Veganstart teilzunehmen – ein Schritt, der die anhaltende Debatte um pflanzliche Ernährung noch einmal unterstreicht.
In einem Gespräch mit dem bayerischen Sender Antenne Bayern ließ Hoeneß keinen Zweifel an seiner Haltung: Vegane Ernährung führe seiner Meinung nach zu langfristigen Gesundheitsproblemen, zudem warf er Veganern Militanztum vor. Seine Aussagen stehen damit im krassen Widerspruch zu medizinischen Studien, die den Konsum von Fleisch und Milchprodukten mit Herzerkrankungen und Diabetes Typ 2 in Verbindung bringen – Krankheiten, von denen Hoeneß selbst betroffen ist: Er wurde bereits wegen Herzproblemen und Bluthochdruck behandelt.
Der Zeitpunkt seiner Tirade ist bemerkenswert. Das Familienunternehmen HoWe Wurstwaren, das auf Wurstwaren spezialisiert ist, wird mittlerweile von seinen Kindern geführt: Tochter Sabine als persönlich haftende Gesellschafterin und Sohn Florian mit Alleinvertretungsbefugnis. Gleichzeitig steht die Fleischindustrie seit 2014 unter wachsendem Druck, als der damalige Chef der Rügenwalder Mühle Wurstwaren als "die Zigaretten der Zukunft" bezeichnete – zu einer Zeit, in der pflanzliche Alternativen immer beliebter wurden.
PETA reagierte prompt auf Hoeneß' Aussagen und lud ihn umgehend ein, am Veganstart-Programm teilzunehmen, das Menschen beim Umstieg auf eine pflanzliche Ernährung unterstützt. Mit diesem Angebot rückt der Ex-Funktionär unwillentlich in den Mittelpunkt einer breiteren Diskussion über Gesundheit, Ethik und die Zukunft unserer Ernährung.
Dass Hoeneß ausgerechnet jetzt die vegane Lebensweise kritisiert, wirkt umso paradox, als seine eigenen gesundheitlichen Probleme genau jene Risiken widerspiegeln, die mit fleischlastiger Ernährung einhergehen. Während das Familienunternehmen sich an veränderte Marktbedingungen anpasst und PETA mit Gegenwehr reagiert, zeigt die Debatte um pflanzliche Ernährung keine Anzeichen einer Beruhigung. Seine Äußerungen lenken die Aufmerksamkeit erneut auf den Konflikt zwischen Tradition und sich wandelndem Verbraucherverhalten.






