09 May 2026, 22:28

Skandal bei der Biennale Venedig: Jury tritt nach Boykott gegen Israel und Russland zurück

Plakatankündigung für ein Klavierkonzert in Venedig, Italien, mit einem Bild von Gebäuden, Wasser und einer Säule mit Text.

Skandal bei der Biennale Venedig: Jury tritt nach Boykott gegen Israel und Russland zurück

Die Biennale von Venedig 2025 ist in Aufruhr geraten, nachdem die gesamte internationale Jury aus Protest zurückgetreten ist. Ihr Boykott richtet sich gegen Länder, die von Persönlichkeiten geführt werden, denen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen werden – konkret gegen Israel und Russland. Die Aktion zwang die Organisatoren, die Verleihung der Goldenen Löwen zu verschieben und stattdessen ein neues Publikumsvotum einzuführen.

Die Biennale eröffnete mit 100 Nationalpavillons und 111 Künstlern unter dem Motto „In Moll-Tönen“. Unter den Teilnehmenden präsentierte Portugals Alexandre Estrela im Palazzo Fondaco Marcello sein Werk „RedSkyFalls“. Auch Brasilien und Osttimor waren vertreten und standen für die lusophone Welt.

Der russische Pavillon zeigt „Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel“, kuratiert von Anastasiia Karneeva. Israels Ausstellung „Rose des Nichts“ wurde von Michael Gov zusammen mit den Künstlern Avital Bar-Shay und Sorin Heller organisiert. Beide Länder gerieten zum Zentrum des Boykotts.

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Estrela gehörte zu den Ersten, die sich öffentlich gegen ihre Teilnahme aussprachen – mit der Begründung, dass diese die Regierungen legitimiere. Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten den Boykott ab und beriefen sich auf institutionelle Neutralität. Nach dem Rücktritt aller fünf Jurymitglieder wurden die Goldenen Löwen vorläufig ausgesetzt. Stattdessen werden nun „Löwen der Besucher“ – per Publikumswahl vergeben – die Ausstellungen würdigen.

Die Veranstaltung läuft noch bis zum 22. November 2025, begleitet von 31 Nebenausstellungen im Rahmen des Hauptprogramms.

Der Rücktritt der Jury hat den Vergabeprozess der Biennale grundlegend verändert und die Anerkennung auf die Wahl des Publikums verlagert. Trotz der Kontroversen läuft die Ausstellung wie geplant weiter. Die Organisatoren betonen, die Biennale bleibe eine Plattform für künstlerischen Ausdruck – auch wenn die politischen Spannungen anhalten.

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