Sexismus-Vorwürfe erschüttern ARD-Literatursendung Druckfrisch nach scharfer Kritik an Autorinnen
Trudel EimerSexismus-Vorwürfe erschüttern ARD-Literatursendung Druckfrisch nach scharfer Kritik an Autorinnen
Eine hitzige Debatte über Sexismus umgibt die Literatursendung Druckfrisch des ARD, nachdem Moderator Denis Scheck zwei Bücher von renommierten Autorinnen in scharfen Worten verrissen hat. Ausgelöst wurde die Kontroverse durch eine Sendung vom 29. März, in der Scheck aktuelle Werke von Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy mit beißender Kritik bedachte. Beide Schriftstellerinnen haben sich seitdem gegen das aus ihrer Sicht ungerechte und herablassende Vorgehen gewehrt.
In der Sendung lehnte Scheck Passmanns Buch mit drastischen Formulierungen ab, woraufhin diese auf Instagram reagierte. Sie bezeichnete seine Rezension als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Auch von Kürthy nahm in einem Essay für Die Zeit Stellung und erklärte, sie werde eine solche Respektlosigkeit nicht länger hinnehmen.
Schecks Kritiken sind oft inszeniert – Bücher, die ihm missfallen, wandern durch eine Rutsche in den Müll. Zwar betont er, seine Angriffe richteten sich gegen die Werke, nicht gegen Autor:innen oder Leser:innen, doch die Methode stößt auf Widerstand. Die Schriftstellerin Elke Heidenreich verurteilte in einem eigenen Zeit-Artikel sowohl Schecks Vorgehen als auch die Rolle des ARD, das dies ermöglicht.
Der Sender verteidigte die Sendung und erklärte, das Geschlecht einer Autorin spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle. In derselben Folge habe Scheck zudem mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert, hieß es. Zugleich betonte der ARD, dass Frauenfeindlichkeit in Druckfrisch keinen Platz habe, und würdigte die unverzichtbaren Beiträge von Schriftstellerinnen zur Literatur.
Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen scharfer Literaturkritik und dem Vorwurf der Voreingenommenheit. Der ARD bleibt zwar hinter Druckfrisch stehen, erkennt aber Bedenken hinsichtlich Tonfall und Fairness an. Sowohl Passmann als auch von Kürthy haben klar gemacht, dass sie eine solche abwertende Behandlung nicht widerspruchslos hinnehmen werden.






