25 March 2026, 06:29

Renault revolutioniert Batterie-Lieferkette mit Kreislaufwirtschaft und Tauschsystem

Liniengraph, der den Anstieg der Verkaufszahlen von batterieelektrischen Fahrzeugen in Australien zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Renault revolutioniert Batterie-Lieferkette mit Kreislaufwirtschaft und Tauschsystem

Die Renault Group gestaltet ihre Batterie-Lieferkette grundlegend um und behandelt Batterien künftig als hochwertige Vermögenswerte statt als Wegwerfkomponenten. Der neue Ansatz setzt auf Kreislaufwirtschaft und zielt darauf ab, die Stillstandszeiten von Fahrzeugen zu verkürzen und die Effizienz im gesamten Netzwerk zu steigern.

Israfil Beker, bei Renault verantwortlich für die Aftersales-Lieferkette im Bereich Elektrofahrzeuge, erläuterte diese Veränderungen kürzlich in einem Interview mit Automotive Logistics während der Red Sofa-Veranstaltung in Bonn. Im Mittelpunkt der Unternehmensstrategie steht ein 360-Grad-Modell, bei dem jeder Akteur im Netzwerk gleichzeitig als Lieferant und Kunde agiert – von Händlern über Werkstätten und Lager bis hin zu Recyclingbetrieben. Durch diese Vernetzung sollen Bauteile in mehrere Richtungen zirkulieren, um die Ausfallzeiten von Fahrzeugen auf idealerweise nicht mehr als 15 bis 20 Tage zu begrenzen.

Eine zentrale Innovation ist ein Batterie-Tauschsystem, das Kundenfahrzeuge schneller aus dem Reparaturprozess herauslöst. Indem Renault Batterien als wiederverwendbare Vermögenswerte und nicht als Verbrauchsmaterial betrachtet, will das Unternehmen Kosten senken und die Logistik optimieren. Beker betonte, dass Batterien bis zu 30 Prozent des Gesamtwerts eines Fahrzeugs ausmachen können – ihre effiziente Bewirtschaftung sei daher entscheidend.

Doch bleiben Herausforderungen: Batterien gelten als Gefahrgut, und die Vorschriften können selbst innerhalb eines Landes wie Deutschland unvorhersehbar variieren. Ein weiteres Hindernis ist die Echtzeit-Datentransparenz, da die Partner im Netzwerk unterschiedliche ERP-, WMS- und TMS-Systeme nutzen. Trotz dieser Hürden sieht Renault in der Kreislaufwirtschaft einen praktikablen Weg, um Lagerbestandsprobleme in der Batterie-Lieferkette zu lösen.

Renaults neuer Ansatz setzt auf Tempo und Nachhaltigkeit in der Batterielogistik. Durch kürzere Fahrzeugstillstände und bessere Wiederverwendung von Komponenten will das Unternehmen seine Aftersales-Aktivitäten stärken. Das Modell passt zudem zu den branchenweiten Bestrebungen, Recycling und Nachhaltigkeit in den Lieferketten für Elektrofahrzeuge voranzutreiben.

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