RAW-Gelände in Berlin: Kulturschatz zwischen Abriss und Protesten
Nancy NeuschäferRAW-Gelände in Berlin: Kulturschatz zwischen Abriss und Protesten
Die Zukunft des Berliner RAW-Geländes, eines langjährigen kulturellen Zentrums, steht auf dem Spiel. Ein Streit zwischen dem Eigentümer, der Kurth Group, und der Stadt gefährdet Clubs, Bars und Veranstaltungsorte – Schließungen drohen. Bereits jetzt gibt es Proteste, bei denen Demonstranten den Erhalt des einzigartigen Charakters des Areals fordern.
Ursprünglich diente das RAW-Gelände der Instandhaltung von Reichsbahn-Zügen. Seit dem Fall der Berliner Mauer hat es sich zu einem lebendigen Kulturort entwickelt. Heute beherbergt es Konzerthallen, einen Biergarten, eine Skatehalle und einen Flohmarkt – neben vielen anderen Attraktionen.
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen Pläne für Neubauten mit Wohnungen und der Erhalt historischer Hallen. Die Kurth Group wirft der Stadt vor, sich von früheren Absprachen zu distanzieren. Im Januar beantragte das Unternehmen ein beschleunigtes Baugenehmigungsverfahren, doch sowohl der Senat als auch der Bezirk lehnten dies ab.
Die Spannungen verschärfen sich, da einige Mieter – darunter der Club Cassiopeia – Räumungsklagen erhalten haben. Unter dem Motto „RAW für alle – Cassiopeia & Co. müssen bleiben“ versammelten sich Demonstranten am Kurfürstendamm. Die Veranstalter warnen, dass die kulturelle Bedeutung des Geländes verloren gehen könnte. Senat und lokale Stadtentwickler fordern weitere Gespräche, um die Identität des Ortes zu bewahren.
Der Streit bleibt ungelöst, beide Seiten beharren auf ihren Forderungen. Räumungen könnten bereits nächste Woche beginnen. Die Entscheidung wird zeigen, ob das RAW-Gelände seine kulturelle Rolle behält – oder einer umfassenden Umgestaltung weichen muss.
