NRW setzt auf Kameras und Bodycams gegen wachsende Gewalt in Bussen und Zügen
Franco GröttnerNRW setzt auf Kameras und Bodycams gegen wachsende Gewalt in Bussen und Zügen
Öffentliche Verkehrsbetriebe in Nordrhein-Westfalen weiten Überwachung aus, um steigende Aggressionsfälle zu bekämpfen. Busse, Züge und Bahnhöfe setzen zunehmend auf Kameras und Bodycams, um Straftaten zu verhindern und Mitarbeiter zu schützen.
Die Angriffe auf Zugpersonal im Regionalverkehr NRWs haben stark zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden über 1.300 Bedrohungen gemeldet, während körperliche Übergriffe in Regionalzügen von 823 auf 905 stiegen. Diese Zahlen haben zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen geführt.
Etwa 90 Prozent der S-Bahnen und Regionalzüge in der Region sind bereits mit Videotechnik ausgestattet. Ein Landesprogramm zur Ausrüstung von 100 Bahnhöfen mit Überwachungskameras ist fast abgeschlossen – die letzten drei sollen bis Jahresende fertiggestellt werden.
Auch Bodycams werden immer häufiger eingesetzt. Die Düsseldorfer Rheinbahn startete 2023 ein einjähriges Pilotprojekt und stattete 20 Mitarbeiter mit den Kameras aus. Die Kölner KVB erweiterte nach einem erfolgreichen Test ihren Bestand auf 65 Geräte. Mittlerweile gehören die Kameras zur Standardausrüstung der Sicherheitskräfte, die Züge und Bahnhöfe kontrollieren.
Schon das bloße Aktivieren einer Bodycam kann aggressives Verhalten ändern. Allein die Ankündigung ihrer Nutzung entschärft Konflikte oft, bevor sie eskalieren. Immer mehr Busse und Züge setzen auf diese Maßnahmen, um Straftaten zu verhindern oder aufzuklären. Neue Busse in der Region überwachen mittlerweile das gesamte Innere, um die Abdeckung zu erhöhen.
Ziel der Ausweitung der Überwachung ist es, die Sicherheit für Personal und Fahrgäste zu verbessern. Da die meisten Züge bereits mit Kameras ausgestattet sind und die Bahnhöfe fast flächendeckend überwacht werden, konzentrieren sich die Betreiber nun auf Bodycams als zusätzliche Abschreckung. Die Maßnahmen sind eine Reaktion auf den deutlichen Anstieg von Bedrohungen und körperlichen Angriffen auf Verkehrsmitarbeiter.
