27 March 2026, 06:29

NRW senkt ÖPNV-Arbeitszeit auf 38 Stunden – doch wer zahlt die Rechnung?

Plakat mit einem Zug auf einem Gleis mit mehreren Menschen in der Nähe, begleitet von einem Text, der lautet "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation."

NRW senkt ÖPNV-Arbeitszeit auf 38 Stunden – doch wer zahlt die Rechnung?

Beschäftigte im ÖPNV in Nordrhein-Westfalen sollen bis 2028 auf 38 Wochenstunden kommen

Bis 2028 wird die Wochenarbeitszeit für Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen schrittweise auf 38 Stunden reduziert. Die schrittweise umgesetzte Regelung zielt darauf ab, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, während die Löhne stabil bleiben. Doch die Maßnahme wirft Fragen zur Finanzierung auf und könnte langfristig zu höheren Ticketpreisen für Fahrgäste in Städten wie Solingen führen.

Laut der neuen Vereinbarung sinkt die Arbeitszeit für das Verkehrspersonal zunächst von 39 auf 38,5 Stunden bis Juli 2027 und anschließend auf 38 Stunden bis Juli 2028. Die Löhne bleiben unverändert, und kurzfristig Beschäftigte erhalten bessere Schutzrechte, darunter längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit. Gewerkschaften wie ver.di bezeichnen dies als Meilenstein, um den Sektor attraktiver zu gestalten.

Allerdings könnte die Arbeitszeitverkürzung die Unternehmen zwingen, mehr Personal einzustellen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Angesichts des bereits bestehenden Fachkräftemangels – besonders bei Bus- und Straßenbahnfahrern – könnte sich die Lage in Städten wie Solingen weiter verschärfen. Die zusätzlichen Kosten durch Neueinstellungen, höhere Zuschläge und mehr freie Tage haben eine Debatte ausgelöst, wer die Rechnung tragen soll.

Drei Optionen stehen im Raum: die öffentlichen Träger, Bund und Länder oder die Fahrgäste über künftige Preiserhöhungen. Zwar gilt eine sofortige Ticketpreissteigerung als unwahrscheinlich, doch könnten die jährlichen Preisanpassungen die Mehrkosten mittelfristig widerspiegeln. Eine weitere Unsicherheit bringt das politisch diskutierte 49-Euro-Ticket mit sich, dessen langfristige Finanzierung noch ungeklärt ist.

Verkehrsunternehmen warnen, dass ohne gesicherte Finanzquellen die Last letztlich auf die Pendler abgewälzt werden könnte. Konkrete Prognosen zu neuen Arbeitsplätzen gibt es zwar noch nicht, doch wie sich die Vereinbarung auf die Personalgewinnung und Fahrpläne auswirkt, wird sich mit der schrittweisen Umsetzung zeigen.

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Arbeitszeitreduzierung als Erfolg für Beschäftigte – aber mit finanziellen Risiken

Die schrittweise Senkung der Arbeitszeit ist ein Erfolg für die Beschäftigten im ÖPNV, die von besseren Bedingungen und stabilen Löhnen profitieren. Doch der Wandel bringt auch finanzielle Herausforderungen mit sich: Langfristig könnten die Unternehmen die Kosten an die Fahrgäste weitergeben. Ohne klare Lösungen zur Finanzierung bleiben die langfristigen Folgen für Ticketpreise und Personal in Nordrhein-Westfalen vorerst offen.

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