Neuer Castor-Transport erreicht Ahaus trotz massiver Proteste
Ein Castor-Behälter mit atomarem Abfall erreichte am frühen Mittwochmorgen das Zwischenlager im nordrhein-westfälischen Ahaus. Der Transport, Teil einer laufenden Operation, legte 170 Kilometer vom Forschungszentrum Jülich aus ohne Zwischenfälle zurück. Entlang der Strecke versammelten sich Protestierende – ein weiteres Kapitel im langjährigen Streit um Atomtransporte in Deutschland.
Der Konvoi brach gegen 10 Uhr in Jülich auf und bewegte sich unter starkem Polizeischutz. Über 2.400 Beamte waren im Einsatz, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Behörden setzen dabei auf einen "Gewöhnungseffekt", da die Transporte weitergehen. Der Behälter traf am Standort Ahaus ein, etwa zwei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, wo er zu 152 weiteren kam, die seit dem 24. März 2026 angeliefert wurden.
Begleitet wurde die Fahrt von Protesten; Demonstrantinnen und Demonstranten säumten die Route. Die Organisatorin Hanna Poddig verhandelte mit der Polizei, um einigen Protestierenden die Anreise mit dem Fahrrad zu ermöglichen. Sie argumentierte, dass Deutschland ohne ein Endlager für atomaren Abfall alle Transporte aussetzen sollte, bis eine Lösung gefunden sei.
Der erste große Transport nach Ahaus fand vor fast 28 Jahren statt, im Jahr 1996. Seither hält der Widerstand an. Kritiker wie Alexander Vogt von der SPD behaupten, diese Transporte hätten vollständig vermieden werden können.
Mit der jüngsten Ankunft steigt die Zahl der Castor-Behälter in Ahaus auf 152. Die Polizei sicherte den Konvoi mit starker Präsenz ab. Unterdessen spaltet die Debatte über die Atommüllpolitik und Lagerlösungen weiterhin Politiker und Aktivisten gleichermaßen.






