Medienriesen wachsen: Zwei Großfusionen erschüttern die deutsche Zeitungsbranche
Nancy NeuschäferMedienriesen wachsen: Zwei Großfusionen erschüttern die deutsche Zeitungsbranche
Deutsche Zeitungsbranche konsolidiert sich weiter nach zwei Großfusionen
In den vergangenen Wochen hat die deutsche Zeitungslandschaft zwei bedeutende Übernahmen erlebt, die den Trend zur Konzentration auf weniger, aber größere Medienkonzerne verdeutlichen. Ende Februar übernahm die DuMont-Gruppe den Kölner Stadt-Anzeiger vom Heinen Verlag. Nur wenige Tage später gab die Rheinische Post bekannt, die westfälischen Zeitungstitel inklusive ihrer Digitalplattformen kaufen zu wollen. Beide Deals unterstreichen die Entwicklung hin zu einer stärker konzentrierten Medienlandschaft.
Den Anfang machte Ende Februar die Übernahme des traditionsreichen Kölner Tagblattes Kölner Stadt-Anzeiger durch DuMont. Kurze Zeit später kündigte die Rheinische Post an, die westfälischen Zeitungshäuser samt ihrer Online-Angebote zu erwerben. Sollte der Deal vollzogen werden, würde die Rheinische Post damit zum auflagenstärksten Tageszeitungsverlag in Nordrhein-Westfalen aufsteigen.
Das Bundeskartellamt prüft solche Fusionen zwar, beschränkt sich dabei jedoch auf die Auswirkungen auf Leserzahlen und Werbemärkte. Ob die Konzentration die journalistische Vielfalt oder die Meinungsbreite für die Leser:innen einschränkt, wird nicht untersucht. Diese Herangehensweise steht zunehmend in der Kritik, da die Branche sich immer stärker in Richtung großer Medienkonglomerate bewegt.
Unabhängige Kleinverlage werden in der deutschen Medienlandschaft immer seltener. Die jüngsten Übernahmen sind Teil eines größeren Trends, der dazu führt, dass weniger Unternehmen die regionale und lokale Berichterstattung kontrollieren. Die beiden Deals werden die Zahl der unabhängigen Verlage in Deutschland weiter verringern. Mit der Rheinischen Post als künftigem Marktführer in Nordrhein-Westfalen verschiebt sich der Medienmarkt hin zu weniger, aber mächtigeren Akteuren. Das Kartellamt bleibt dabei auf die Wettbewerbsaspekte in Lesermarkt und Anzeigengeschäft fokussiert – die redaktionelle Vielfalt spielt in der Prüfung keine Rolle.






