Marderhunde überrennen den Heidekreis: Jäger schlagen Alarm wegen invasiver Art
Franco GröttnerMarderhunde überrennen den Heidekreis: Jäger schlagen Alarm wegen invasiver Art
Eingewanderte Art bereitet im Heidekreis zunehmend Probleme
Im niedersächsischen Heidekreis sorgt eine invasive Tierart für wachsende Schwierigkeiten: Der aus Nordamerika stammende Marderhund hat sich so stark verbreitet, dass lokale Gegenmaßnahmen kaum noch Wirkung zeigen. Jäger und Behörden warnen mittlerweile vor den Folgen für heimische Wildtiere und menschliche Siedlungen gleichermaßen.
Besonders dramatisch ist die Lage in Munster. Seit Beginn der Jagdzeit am 1. April wurden in der Stadt bereits über 70 Marderhunde erlegt – im Vorjahr gab es im selben Gebiet noch keinen einzigen dokumentierten Fall.
Die anpassungsfähigen Tiere besetzen zunehmend Nester heimischer Arten wie Vögel oder Eichhörnchen. Gleichzeitig werden sie immer dreister und dringen in menschliche Lebensräume ein: Sie bewohnen Dachböden, Kamine und Nebengebäude.
Peter Westermann, Vorsitzender des örtlichen Jägerverbandes, spricht von einem „enormen“ Befall und betont die Dringlichkeit von Kontrollmaßnahmen. Thomas Brammer, der Kreisjägmeister, bestätigt, dass das Problem längst nicht mehr allein von lokalen Jägern zu bewältigen ist.
Um die Situation in den Griff zu bekommen, hat der Landkreis finanzielle Mittel für Fallen, Lebendfangkäfige und Alarmanlagen bereitgestellt. Dennoch bleibt die Stimmung angespannt: Während einige Anwohner die Marderhunde füttern, leiden andere unter den Folgen der wachsenden Population.
Angesichts des rasanten Anstiegs der Bestände sehen sich die Behörden nun zum Handeln gezwungen. Mit finanzieller Unterstützung für Jägerverbände laufen derzeit Maßnahmen zur Reduzierung der Population. Doch die Ausbreitung der Art stört weiterhin das ökologische Gleichgewicht und das Zusammenleben in der Region.






