KI-Beauftragte an Schulen: Revolution oder Überforderung für Lehrkräfte?
Nancy NeuschäferKI-Beauftragte an Schulen: Revolution oder Überforderung für Lehrkräfte?
Ein neuer Vorschlag zielt darauf ab, an jeder deutschen Schule eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten einzuführen. Diese Position soll als zentrale Anlaufstelle für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern zu allen Fragen der künstlichen Intelligenz dienen. Die Idee entsteht vor dem Hintergrund wachsenden Drucks auf Schulen, KI-Tools sicher und effektiv in den Unterricht zu integrieren.
Die KI-Beauftragten würden sich um Fortbildungen, Lehrplanung und Informationsveranstaltungen für die Öffentlichkeit kümmern. Zudem sollten sie Bedenken im Bereich Datenschutz sowie den verantwortungsvollen Umgang mit KI-Technologien aufgreifen. Laut Plan wäre die KI-Beauftragte oder der KI-Beauftragte eine dedizierte Beamtin oder ein dedizierter Beamter. Zu den Aufgaben gehörten die Konzeption interner Schulungsprogramme für das Personal, die Organisation fächerübergreifender Projekte sowie die Erprobung neuer Prüfungsformate, die an KI-gestütztes Lernen angepasst sind. Zudem sollten sie Abendveranstaltungen für Eltern anbieten.
Der Vorschlag sieht vor, dass große Sprachmodelle (LLMs) das Selbststudium unterstützen könnten, wobei gedruckte Materialien für die Offline-Nutzung bereitstünden. Dieser Ansatz soll die Kosten begrenzen und gleichzeitig einen breiteren Zugang ermöglichen. Das Ministerium stellt sich ein System vor, in dem Schulen selbstgesteuerte KI-Kurse anbieten, die durch regelmäßige Leistungsüberprüfungen begleitet werden, um die Fortschritte zu dokumentieren.
Kritiker monieren, der Plan verlagere zu viel Verantwortung für Datenschutz und Finanzierung auf die Lehrkräfte. Der Vorschlag selbst betont jedoch, dass die Regierung die KI-Tools bereitstellen und die volle Verantwortung für Einhaltung der Vorschriften sowie die Kosten übernehmen solle. Die Debatte entzündet sich auch daran, dass Referendare berichten, sie fühlten sich aufgrund einer zu theoretischen Ausbildung nicht ausreichend auf den Schulalltag vorbereitet. Gleichzeitig ist die berufliche Ausbildung in der frühen Bildung rückläufig – Bayern ist das letzte Bundesland, das solche Programme noch aufrechterhält.
Der Bundeselternrat hat unabhängig davon Reformen gefordert, um veraltete Schulstrukturen zu modernisieren. Die aktuellen Systeme seien nicht in der Lage, sich an technologische und gesellschaftliche Veränderungen anzupassen.
Würde der Vorschlag umgesetzt, wäre die Einführung der KI-Beauftragten ein bedeutender Schritt für die digitale Bildung an Schulen. Die Regierung würde die Bereitstellung der Tools, die Datensicherheit und die Finanzierung übernehmen und so die Belastung für die einzelnen Lehrkräfte verringern. Die Schulen könnten sich dann auf die Umsetzung der KI-Schulungen und die Anpassung der Lehrmethoden an die neuen Technologien konzentrieren.






