John Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Nancy NeuschäferJohn Eliot Gardiner erneut wegen unangemessenen Verhaltens in der Kritik
Der Dirigent John Eliot Gardiner sieht sich erneut Kritik wegen angeblichen unangemessenen Verhaltens beim Bach-Festival ausgesetzt. Ein jüngster Vorfall mit einer Mitarbeiterin hat die Bedenken hinsichtlich seines Auftretens wieder aufgekeimt lassen. Der Monteverdi-Chor hatte sich zuvor bereits geweigert, mit ihm zusammenzuarbeiten, was schließlich zur Gründung seines Constellation Ensembles führte.
Während des Schlussapplauses beim Festival nahm Gardiner eine Schriftrolle, die für eine Mitarbeiterin bestimmt war, und schob sie ihr in das Hemd. Die Frau wehrte sich zunächst gegen seine Handlung. Später gab er an, von der Reaktion überrascht gewesen zu sein, und beteuerte, er habe die Rolle lediglich hinter ihre Halskette stecken wollen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Gardiner mit solchen Vorwürfen konfrontiert wird. Bereits früher hatte er sich für einen angeblichen Backstage-Vorfall in Frankreich entschuldigt, bei dem er einem Bassisten eine Ohrfeige gegeben haben soll. Von dem jüngsten Vorfall existiert ein Video, das jedoch aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Betroffenen nicht veröffentlicht wurde.
Seine Reaktion deutet darauf hin, dass er sein Verhalten nicht als unangemessen empfindet. Diese Haltung wirft weitere Fragen zu seinem Bewusstsein für frühere Fehltritte auf. Die gesellschaftlichen Maßstäbe für akzeptables Verhalten haben sich im Laufe der Zeit gewandelt – Gardiners Handlungen entsprechen möglicherweise nicht mehr den heutigen Erwartungen. Der Vorfall reiht sich in ein Muster ein, das bereits mehrfach auf Kritik gestoßen ist.
