Internetwirtschaft boomt – doch die Infrastruktur droht zum Risikofaktor zu werden
Trudel EimerInternetwirtschaft boomt – doch die Infrastruktur droht zum Risikofaktor zu werden
Deutschlands Internetwirtschaft steht vor rasantem Wachstum – doch die Infrastruktur droht zum Flaschenhals zu werden
Prognosen zufolge wird die deutsche Internetwirtschaft zwischen 2025 und 2030 jährlich um 9,7 Prozent wachsen. Doch Branchenvertreter warnen: Ohne schnelles Handeln könnte ein Mangel an Rechenzentrumskapazitäten dazu führen, dass Datenverarbeitungsprozesse ins Ausland verlagert werden – und damit die digitale Souveränität des Landes gefährdet wäre.
Der eco – Verband der Internetwirtschaft, der die digitale Branche vertritt, weist auf eine kritische Lücke in der deutschen Dateninfrastruktur hin. Aktuell beträgt die Kapazität der hiesigen Rechenzentren nur ein Zwanzigstel jener der USA. Bis 2030 wird die Nachfrage nach IT-Anbindungskapazitäten das Angebot voraussichtlich um das Drei- bis Fünffache übersteigen – selbst wenn die Leistung von derzeit 2,4 auf 3,7 Gigawatt steigt.
Oliver Süme, Vorsitzender des eco-Verbands, kritisiert die zögerliche Politik bei der Lösung des Problems. Er nennt die langsame Glasfaserausbau, die Zurückhaltung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der Digitalisierung sowie mangelnde Plattformkompetenz als zentrale Hindernisse. Ohne bezahlbaren Grundlaststrom für Rechenzentrumsbetreiber riskiere Deutschland, im globalen Wettbewerb den Anschluss zu verlieren.
Die Folgen wären gravierend: Die deutsche Internetwirtschaft soll von 245 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 389 Milliarden Euro bis 2030 wachsen – getrieben vor allem durch Digitalisierung und den Einsatz von KI. Doch Süme warnt: Werden die Weichen jetzt nicht richtig gestellt, könnte dieses Wachstum ins Stocken geraten. Unternehmen müssten dann Rechenleistungen ins Ausland auslagern – und die digitale Handlungsfähigkeit des Landes würde geschwächt.
Der Bericht des eco-Verbands unterstreicht den dringenden Investitionsbedarf in Rechenzentren und digitale Infrastruktur. Gelingt es Deutschland nicht, die Kapazitätslücke zu schließen, könnten Unternehmen ihre Aktivitäten verlagern – und die Position des Landes im globalen Digitalmarkt würde sich verschlechtern. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum hängt entscheidend davon ab, diese Herausforderungen in den kommenden Jahren zu meistern.






