Gelsenkirchens Müll-Skandal: Eine Million Tonnen Abfall – und keine Lösung in Sicht
Nancy NeuschäferGelsenkirchens Müll-Skandal: Eine Million Tonnen Abfall – und keine Lösung in Sicht
Illegale Mülldeponie am Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen: Seit fast einem Jahrzehnt ungelöst
Nahe dem Rhein-Herne-Kanal in Gelsenkirchen lagert seit fast zehn Jahren eine riesige illegale Mülldeponie – ohne dass eine Lösung in Sicht ist. Auf dem Gelände häufen sich rund eine Million Tonnen Abfall, ein Großteil davon stammt von örtlichen Unternehmen und Nachbarstädten. Trotz laufender Bemühungen gab es bisher keine wirksamen rechtlichen Schritte, um die Verantwortlichen zur Beseitigung des Müllbergs zu zwingen.
Die illegalen Ablagerungen erfolgten noch während des Betriebs benachbarter Anlagen; die Umweltbehörden griffen erst ein, als der Schaden bereits angerichtet war. Das seit etwa acht Jahren verlassene Gelände wurde einst von Firmen der inzwischen insolventen Becker-Gruppe verwaltet. Der Abfall stammt unter anderem vom Gelsenkirchener Entsorgungsdienst, aus Nachbarstädten sowie von Industriebetrieben aus dem gesamten Ruhrgebiet.
Allein der kommunale Entsorger Gelsendienste lieferte zwischen 1993 und 2017 über eine halbe Million Tonnen Material zur Deponie im Grimberger Hafen. Andere städtische Abfallbetriebe weigern sich jedoch, ihre Anteile am illegalen Müll zu übernehmen. So bestreitet etwa der Entsorgungsdienst der Stadt Herne, für die rund 11.000 Tonnen, die mit ihm in Verbindung gebracht werden, haftbar zu sein.
Das Umweltamt Gelsenkirchen setzt nun das Kreislaufwirtschaftsgesetz ein, um die Verursacher in die Pflicht zu nehmen. Gelsendienste hat für 2024 immerhin 9,5 Millionen Euro im Haushalt zurückgestellt, um die Entsorgungskosten zu decken – doch die Gesamtkosten dürften laut Schätzungen im "hohe[n] zweistelligen Millionenbereich" liegen.
Doch die Aufräumarbeiten kommen nicht voran, und dokumentierte rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen fehlen. Die Stadt sieht sich steigenden Kosten gegenüber, während benachbarte Entsorgungsbetriebe weiterhin jede Verantwortung von sich weisen. Ohne weiteres Eingreifen bleibt ungewiss, wie es mit dem Gelände weitergeht – und wer letztlich für die Beseitigung aufkommen wird.
Gelsenkirchen identifiziert 5.855 Abfall-Lieferanten - Nur 5 wegen illegaler Müllkippe kontaktiert
Das Umweltamt Gelsenkirchen hat 5.855 Abfall-Lieferanten identifiziert, die mit der illegalen Müllkippe Grimberg verbunden sind, und nur 5 davon kontaktiert, um die Reinigungskosten zu fordern. Wichtige Entwicklungen sind:
- Eine geplante Diskussion im Umweltausschuss, ausgelöst durch aktuelle Forschungen zum 1-Millionen-Tonnen-illegalen Abfallberg.
- Das Kreislaufwirtschaftsgesetz bleibt zentral für die Verantwortungspflicht vergangener Abfallproduzenten, obwohl der Durchsetzungsfortschritt minimal bleibt.
- Gelsendienste hat 9,5 Millionen Euro für die Reinigung bereitgestellt, aber die Gesamtkosten werden auf 'hohe zweistellige Millionenbeträge' geschätzt.






