24 June 2026, 18:22

Ganztagsbetreuung ab 2026: Warum Bergisch Gladbach schon jetzt an Plätzen scheitert

185 OGS-Plätze Fehlen - Stadt Erfüllt Keine Rechtsansprüche

Ganztagsbetreuung ab 2026: Warum Bergisch Gladbach schon jetzt an Plätzen scheitert

Ab dem Schuljahr 2026/27 wird jedes Grundschulkind in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung haben. Die neue Regelung beginnt mit den Erstklässlern und garantiert täglich acht Stunden Betreuung von 8 bis 16 Uhr. Doch bereits jetzt kämpfen viele Städte – darunter auch Bergisch Gladbach – mit einem Mangel an Plätzen in der Offenen Ganztagsschule (OGS).

In Bergisch Gladbach werden im kommenden Schuljahr 185 angemeldete Kinder keinen OGS-Platz erhalten. Betroffene Familien müssen sich daher nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten umsehen. Unter den Kindern haben 32 sogar einen gesetzlichen Anspruch auf Betreuung, doch die Stadt kann diesen aufgrund räumlicher Engpässe nicht erfüllen.

An der GGS Heidkamp lernen fast 300 Schülerinnen und Schüler, doch es gibt nur 200 OGS-Plätze. Die Knappheit führt dazu, dass nicht alle Erstklässler mit gesetzlichem Anspruch untergebracht werden können. An der GGS Moitzfeld ist die Lage ähnlich angespannt: Bei 240 Schülerinnen und Schülern stehen lediglich 140 OGS-Plätze zur Verfügung – die Abdeckungsquote liegt bei etwa 58 Prozent. Hier werden 13 Erstklässler mit gesetzlichem Anspruch ohne Platz bleiben – die höchste Zahl aller betroffenen Schulen.

Um die Situation zu entlasten, plant die Stadt an der Heidkamp eine „erweiterte Randzeitenbetreuung“ einzuführen. Damit sollen bis zu zehn zusätzliche Plätze von 11:30 bis 14 Uhr im nahegelegenen interkulturellen Zentrum „Paula“ geschaffen werden. Dieses Randzeitenmodell erfüllt jedoch nicht die geforderten acht Stunden Betreuung. Langfristig sind weitere Lösungen in Arbeit: Der Ausbau der GGS- und OGS-Einrichtungen in Moitzfeld steht auf Platz sechs der Prioritätenliste für Schulbauprojekte, mit Baubeginn voraussichtlich 2027.

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Der gesetzliche Anspruch auf ganztägige Betreuung tritt 2026 voll in Kraft. Bis dahin bleibt Bergisch Gladbach mit begrenzten Kapazitäten konfrontiert. Viele Kinder erhalten keine garantierte Betreuung, und die Übergangslösungen reichen nicht an die geforderte Stundenzahl heran.

Quelle