14 March 2026, 12:31

"Fiftyfifty" kämpft ums Überleben: Verkaufseinbruch bedroht Obdachlosen-Magazin in Düsseldorf

Eine Zeitung mit einer Zeichnung von zwei Personen, wobei eine sitzt und eine steht, mit der Aufschrift "Die Obdachlosen Armen".

"Fiftyfifty" kämpft ums Überleben: Verkaufseinbruch bedroht Obdachlosen-Magazin in Düsseldorf

Fiftyfifty, ein Magazin, das in Düsseldorf von obdachlosen und marginalisierten Verkäufer:innen angeboten wird, verzeichnet einen drastischen Rückgang der Verkaufszahlen. Die monatliche Auflage ist von 40.000 Exemplaren auf unter 12.000 gesunken. Der Einbruch spiegelt nicht nur die allgemeinen Schwierigkeiten der Printmedien wider, sondern auch eine wachsende Feindseligkeit gegenüber manchen Verkäufer:innen.

Das Magazin ist für viele Obdachlose eine Lebensader: Es bietet Einkommen, Interessenvertretung und ein Gefühl von Gemeinschaft. Die Verkäufer:innen verdienen ihr Geld auf würdige Weise, während Leser:innen durch den Kauf soziale Projekte unterstützen. Finanziert wird Fiftyfifty zudem durch Spenden und eine Wohltätigkeitsgalerie, doch die Verkäufe bleiben die wichtigste Einnahmequelle.

Um die steigenden Kosten zu bewältigen, wurde der Preis des Magazins auf 3,40 Euro angehoben. Fiftyfifty erscheint sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form – letztere funktioniert wie eine Loskarte: Die Verkäufer:innen erhalten weiterhin die Hälfte des Verkaufspreises. So bleibt das Projekt sichtbar und die direkte Verbindung zwischen Verkäufer:innen, Leser:innen und Gesellschaft erhalten.

Der Verkaufsrückgang ist Teil eines größeren Trends, der deutsche Straßenzeitungen betrifft. Die Digitalisierung nagt an den Print-Erlösen und zwingt Publikationen wie Straßenkreuzer oder Hinz&Kunft zum Umdenken. Viele setzen inzwischen auf digitale Plattformen, Abonnements, Merchandising und erweiterte Sozialprogramme für ihre Verkäufer:innen. Doch Fiftyfifty steht unter zusätzlichem Druck: Zunehmender Rassismus und Feindseligkeit, insbesondere gegenüber Verkäufer:innen mit Migrationshintergrund, verschärfen die Lage.

Sollte das Magazin verschwinden, würde damit eine wichtige Stimme der Obdachlosen verstummen. Zudem finanziert es entscheidende Initiativen wie Straßenhilfe und tierärztliche Versorgung für herrenlose Hunde. Sein Wegfall würde viele ohne Unterstützung zurücklassen und das öffentliche Bewusstsein für ihre Notlagen verringern.

Die Zukunft von Fiftyfifty bleibt ungewiss, während die Verkaufszahlen weiter sinken. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Schließung des Magazins die Einkommensquelle der Verkäufer:innen versiegen lassen – und die Finanzierung dringend benötigter Sozialprojekte gefährden. Die Situation unterstreicht die übergeordneten Herausforderungen, vor denen Straßenzeitungen und die schutzbedürftigen Gemeinschaften stehen, die sie vertreten.

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