Experte warnt: Höhere Pflegekosten für Kinder könnten Senioren in Not bringen
Franco GröttnerExperte warnt: Höhere Pflegekosten für Kinder könnten Senioren in Not bringen
Der Wirtschaftsexperte Martin Werding hat Pläne kritisiert, nach denen erwachsene Kinder künftig früher und in höherem Maße an den Pflegekosten ihrer Eltern beteiligt werden sollen. Seiner Ansicht nach könnte eine solche Regelung ältere Menschen dazu veranlassen, auf soziale Unterstützung zu verzichten. Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung Reformen der langfristigen Pflegefinanzierung prüft.
Werding betonte, dass erwachsene Kinder bereits jetzt einen beträchtlichen Teil der Pflegekosten ihrer Eltern tragen. Dies entlaste, so der Experte, das System der Pflegeversicherung. Statt die Regeln für Familien zu verschärfen, schlug er vor, die Beiträge von Menschen ohne oder mit weniger Kindern auszuweiten.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erwägt derzeit, den Zuschlag für kinderlose Personen zu erhöhen. Der geplante Anstieg würde den Satz von 0,6 auf 0,7 Prozent anheben. Werding unterstützt diesen Vorschlag und sieht darin einen möglichen Baustein für umfassendere Reformen, um eine gerechtere Finanzierung zu gewährleisten.
Seine Hauptsorge bleibt, dass strengere Vorschriften für erwachsene Kinder ältere Menschen davon abhalten könnten, Sozialleistungen zu beantragen. Dies, warnte er, könnte bedürftige Senioren ohne notwendige Hilfe zurücklassen. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie die Beiträge zwischen Familien und kinderlosen Personen ausgewogen gestaltet werden können. Werdings Vorschläge zielen darauf ab, das System anzupassen, ohne erwachsene Kinder übermäßig zu belasten. Die endgültigen Änderungen hängen nun von den Beschlüssen der Regierung im Rahmen der anstehenden Reformen ab.






