Evonik-Chef fordert Abschaffung des EU-Emissionshandels als Wettbewerbsnachteile
Franco GröttnerEvonik-Chef fordert Abschaffung des Emissionshandels - Evonik-Chef fordert Abschaffung des EU-Emissionshandels als Wettbewerbsnachteile
Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender von Evonik, hat gefordert, das EU-Emissionshandelssystem abzuschaffen. Zudem bezeichnete er den geplanten CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) als wirkungslos und abwertend als "bürokratischen Taschenspielertrick".
Kullmann argumentiert, dass das aktuelle Emissionshandelssystem die europäische Industrie im globalen Wettbewerb benachteilige. Das System entspreche nicht mehr den heutigen wirtschaftlichen Realitäten und bedürfe entweder einer radikalen Reform oder einer vollständigen Abschaffung.
Unter seiner Führung hat sich Evonik zu einem weltweiten Vorreiter in der Emissionsreduzierung entwickelt. Dennoch betont Kullmann, dass der Ansatz der EU die übergeordneten Herausforderungen nicht bewältige. Industriestaaten arbeiteten seiner Ansicht nach nicht mehr gemeinsam an globalen Problemen, sondern handelten zunehmend im Eigeninteresse.
Das EU-Emissionshandelssystem funktioniert als ein Cap-and-Trade-Programm zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Kullmann jedoch beharrt darauf, dass seine Struktur die Wettbewerbsfähigkeit schwäche, ohne spürbare ökologische Vorteile zu bringen.
Kullmanns Kritik unterstreicht die Spannungen zwischen Klimapolitik und industrieller Wettbewerbsfähigkeit. Sein Aufruf zur grundlegenden Reform oder Abschaffung des Emissionshandels spiegelt die Sorgen über dessen Auswirkungen auf europäische Unternehmen wider. Die Debatte um CBAM und den Emissionshandel wird voraussichtlich anhalten, da die Industrie auf Änderungen drängt.






